Morgenmoment.
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/ 20. Dezember 2019

Schönen guten Morgen,

Klimakonferenzen bringen nichts, Frauen sind doch eh schon gleichberechtigt, Obdachlose mag niemand? Gefühlte Wahrheiten stimmen gefühlt immer - einem Faktencheck halten sie selten stand. Den Morgenmoment voller Fakten, die man kaum glauben kann, hat heute Barbara Blaha geschrieben.

#1 Möchtest du das teilen?

Alle paar Monate treffen sich die Regierungsspitzen und wichtige Beamte um in der Klimapolitik voranzukommen. Genauso regelmäßig kehren sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurück. Warum Klimakonferenzen, wie die eben zu Ende gegangene Konferenz in Madrid, scheinbar so gar nichts nützen und was hinter den Kulissen eben doch angeschoben wird, verrät uns Charles-Clemens Rühling. Der Forscher von der Grenoble Ecole de Management hat die Entwicklung der Klimakonferenzen über mehr als zehn Jahre hinweg untersucht.

#2 Zahl des Tages

Die Mineralölwirtschaft nimmt Klimaschutz so richtig ernst. Wer seine Ölheizung gegen eine neue Ölheizung tauscht, kassiert dafür Fördergeld: Bis zu 3.000 Euro. Dabei blasen Ölheizungen das meiste CO2 in die Luft, verglichen mit anderen Heizmöglichkeiten.

 

#3 Hast du das gesehen?

Die Klimakonferenz in Madrid ist zu Ende, weltweit ist die Enttäuschung über die mut- und zahnlosen Abschlusspapiere groß. Dabei wünschen sich zwei Drittel der Menschen in Österreich eine ambitionierte Klimapolitik, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Will die Staatengemeinschaft die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen, dann rennt ihr die Zeit davon. Unser CO2-Budget, um unter dieser Grenze zu bleiben, ist fast verbraucht, wie diese Animation anschaulich zeigt.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Ich, du und alle, die wir kennen werden die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht mehr erleben. Unsere Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht, laut dem Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums. Basierend auf den Daten der letzten zwei Jahrzehnte wird es 257 Jahre dauern, bis die Gleichstellung der Geschlechter weltweit erreicht ist. Selbst wenn die Regierungen rascher handeln als bisher, ist die Welt bestenfalls fast ein Jahrhundert davon entfernt, die globale Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Einige Länder schneiden besser ab als andere. Im elften Jahr in Folge kam Island der Gleichstellung der Geschlechter am nächsten, gefolgt von den nordischen Nachbarn Norwegen, Finnland und Schweden. Syrien, Pakistan, und Jemen rangierten am unteren Ende. Österreich hat sich um 19 Plätze verbessert und hält jetzt den 34. Platz. Der Grund: Zum ersten Mal in der Geschichte ist eine Frau Kanzlerin und die Regierung besteht zur Hälfte aus Männern wie Frauen. Eine Vorgabe für die kommende Regierung. 

#5 Besser geht doch

Es ist Weihnachten und es ist für obdachlose Menschen die schwerste Zeit im Jahr. Geschätzt sind 15.000 Menschen in Österreich obdachlos. Die Caritas-Mitarbeiterin Bettina Riha-Fink hat via Facebook gefragt, ob nicht jemand Weihnachtskarten für obdachlose Menschen schreiben möchte. Die Reaktion war überwältigend, hunderte sind dem Aufruf gefolgt. Sie schreibt:

"Im Haus St. Josef sind es zum ersten Mal glückliche Tage. Sogar Herr T. (!). Sogar Herr T., der vier Jahre auf der Straße lebte, der nie ein Wort sagt, immer bedrückt allen aus dem Weg geht. Dieser unser Herr T. blieb stehen, als er die Weihnachtspost sah, begann zu blättern zu lesen, schaute sich die liebevoll gezeichneten Kinderzeichnungen und Briefe an und sagte dann: Das freut ihn jetzt schon sehr, das hier zu sehen. So viel Liebe. Ich glaub es kommt Weihnachten. Danke."

 

Komm gut durchs Wochenende!

Barbara

 

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