Morgenmoment.
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/ 20. März 2020

Guten Morgen,

Die Krise hat viele Gesichter. Die einen hackeln Sonderschichten, damit wir frische Milch kaufen können. Viele andere haben auf einmal keinen Job mehr. Wieder andere versuchen vom Wohnzimmer aus Job und Kinder unter einen Hut zu bringen. Manches haben wir doch gemeinsam. Corona schaffen wir nur zusammen. Und für uns alle beginnt heute der Frühling.

#1 Möchtest du das teilen?

Corona trifft uns alle - aber nicht alle gleich. Allein diese Woche haben 50.000 Menschen ihren Job verloren. Zu viele Unternehmen entscheiden sich weiterhin nicht für Kurzarbeit, sondern für die Kündigung. Die Kellnerin kann genauso wenig für Corona, wie die Supermarktkassierin. Trotzdem hat die Kellnerin jetzt keinen Job mehr. Ein Corona-Ausgleichsgeld wäre nur fair, argumentiert Barbara Blaha.

#2 Zahl des Tages

Wirklich gute Nachrichten aus China: Keine einzige Neuinfektion meldet das Land, das als Erstes mit Corona zu kämpfen hatte. Die strengen Maßnahmen um das Virus einzudämmen zeigen Wirkung.

#3 Tweet des Tages

Wer kann, arbeitet derzeit von zu Hause aus. Das ist gar nicht so einfach, schließlich hat man in Pandemie-Zeiten schlicht andere Sorgen, muss Kinder bespaßen, für ältere Nachbarn einkaufen. Schafft man es dann endlich zur Telefonkonferenz, ja, dann hört man deshalb noch lange nichts. Treffend festgehalten in einem Bild der APA-Chefredaktion.

#4 Hast du das gesehen?

Du willst wissen, wie heftig Corona für deinen Bezirk ist? Das Gesundheitsministerium liefert nun alle Daten und Zahlen zu Corona in Echtzeit aus. Von der Fallzahl bis auf die Bezirksebene herunter, über den Altersschnitt der Erkrankten bis hin zur Geschlechterverteilung.

#5 Lesetipp

Auch schon aus dem Fenster geschaut und gedacht, warum trauen sich die alle noch auf die Straße? Der Autor Sascha Lobo nennt das "Vernunftpanik". Er hat einen klugen Text darüber geschrieben, wie viel soziale Herablassung im vermeintlich moralischem Verhalten von uns allen steckt. Denn:

Wenn ich freiwillig nicht mehr rausgehe, sollen es die anderen gefälligst auch nicht tun! Außer natürlich zur Arbeit, denn die ist viel wichtiger als etwa die psychische Gesundheit. Die Verkäuferin im Einzelhandel hat gefälligst acht Stunden unterbezahlt an der Kasse zu sitzen und sich von barschen Kunden anhusten zu lassen - aber mit ihrem Kind eine halbe Stunde im Park zu verbringen, damit sie nicht durchdreht, das ist unverantwortlich! Ruft man ihr mit dem Lieferprosecco in der Hand in der Netflix-Pause vom Balkon aus zu, Hashtag #staythefuckhome.

#6 Bonustrack

Richtig ernst nimmt die Ausgangsbeschränkung ein Mann aus Israel. Er führt seinen Hund per Drohne aus. Keine Sorge: Hunde dürfen raus, ihre Menschen auch. Unbedingt: 1 Meter Abstand halten.

Blinzelt heute mal ein bisschen in die Sonne (vom Fenster aus) und sagt dem Frühling leise "Hallo".

Barbara

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