Morgenmoment.

/ Barbara Blaha
/ 13. September

Guten Morgen,

Hier sind wir wieder mit fünf Themen in drei Minuten. Ein Newsletter mit Haltung, heute zusammengestellt von Barbara Blaha.

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#1 Top Story

Bist du reich? Nein? Ganz sicher? Die meisten Menschen schätzen ihre finanzielle Situation im Vergleich zu anderen völlig falsch ein. Das oberste Prozent rechnet sich arm, die unteren Einkommensgruppen glauben, sie seien (fast) reich, selbst Langzeitarbeitslose zählen sich zur Mitte. Die Autorin Ulrike Hermann erklärt im Moment-Interview warum die kollektive Rechenschwäche politisch fatal ist.

# 2 Zahl des Tages

Wer arm ist, lebt kürzer. Fast 12 Jahre weniger Lebenserwartung haben arme Männer, arme Frauen sterben im Schnitt um 4,4 Jahre früher. 243.000 Menschen betrifft dieses Risiko in Österreich, also mehr Menschen als Linz EinwohnerInnen hat.

# 3 Spin des Tages

Kurz vor dem Abpfiff haben ÖVP, Neos und FPÖ im Parlament weitreichendes beschlossen: die "Schuldenbremse" soll in Verfassungsrang gehoben werden. Ob es gelingt, hängt an der Zustimmung des Bundesrates. Schon jetzt ist der Beschluss aber ein Lehrstück für politischen Spin.
Die Staatsschuldenquote ist nicht gestiegen, weil wir mal wieder alle über unseren Verhältnissen gelebt haben, sondern weil wir 2008/09 die Banken rausgehauen haben. Und sie sinkt seit Jahren – auch heuer wieder – rapide. Worum geht es dann? Den Bewegungsspielraum des Staates – und damit von uns allen – einzuschränken.
Wahr ist: Schulden sind nicht gleich Schulden. Wenn ich mir Geld ausborge, um damit ein Haus zu kaufen, dann habe ich zwar Schulden – aber eben auch ein Haus. Kauft sich eine Firma auf Pump eine teure Maschine, dann ist sie ein paar Jahre in den Miesen – verfügt aber über verbesserte Produktionsmöglichkeiten und schafft damit mittelfristig die Voraussetzung für künftige Gewinne. Unser Wirtschaftssystem wäre überhaupt nicht denkbar ohne Schulden. Nimmt der Staat Kredite auf, kann er eine Menge damit anstellen: Kindergärten, Schulen und Spitäler bauen zum Beispiel. Deutschland hat sich schon vor 10 Jahren so eine Investitionsbremse verordnet. Die Folge: Hinten und vorne fehlt das Geld, um Straßen und Brücken zu bauen, die deutsche Bahn endlich zu sanieren oder die Folgen der Klimakrise zu bewältigen. Um wieder handlungsfähig zu werden, bastelt die deutsche Politik an einer Investitionsagentur. Das Ziel: die Schuldenbremse auszubremsen.  

Nehmen wir ernst, was uns die Forschung mit wachsender Besorgnis über die Erderwärmung sagt, dann brauchen wir in den kommenden Jahren Milliardeninvestitionen in die Zukunft unseres Planeten: Grüne Jobs fallen ebenso wenig vom Himmel wie eine Energiewende. Das dank der Zukunftsbremse nicht investierte Geld werden unsere Kinder nämlich nicht essen können.

# 4 Besser gehts doch!

Lösen Bäume all unsere Klimaprobleme? Eine Studie der ETH Zürich stimmt hoffnungsvoll:
Zwei Drittel unseres CO2-Ausstoßes könnten auf diese Weise unschädlich gemacht werden. Schweden verfolgt diese Strategie schon lange. Für jeden geschlägerten Baum werden drei neue gesetzt. Den Forscherinnen und Forschern zufolge müssen wir mit der Aufforstung aber rasch beginnen: Bis die neu gesetzten Wälder ihre Wirkung entfalten, dauert es Jahre.

 

# 5 Ignoriert

Gestern gab es einen Anschlag auf 10 Kinder und eine Lehrerin - mitten am Bielefelder Hauptbahnhof? Du hast davon nichts mitbekommen? Das liegt vielleicht daran, dass der geständige Täter kein Asylwerber ist. Die Aufmerksamkeit der Medien folgt einfachen Rezepten, die Meldung versteckt sich im Lokalteil.  (Via) Die gute Nachricht zum Schluss: Die Kinder sind auf dem Weg der Besserung.

Dir einen schönen Start ins Wochenende!
Barbara

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