Morgenmoment.
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/ 15. Oktober 2019

Guten Morgen!

Heute sind wir radikal. Ein radikaler Bauer, radikale Umverteilung und radikale Computerspiele beschäftigen uns im Morgenmoment. Fünf Themen in drei Minuten in einem Newsletter mit Haltung. Heute zusammengestellt von Tom Schaffer.

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#1 Das willst du teilen!

Über Jahrzehnte sind die Steuern auf Vermögen nur gesunken, gesunken, gesunken. Jetzt aber tut sich etwas in der öffentlichen Debatte. Immer öfter sollen Steuern auf Vermögen sichern, das schwerstreiche Menschen wieder ihren Beitrag zu einer gerechteren und besseren Gesellschaft leisten. Wir sind der Frage nachgegangen: Steht die Vermögenssteuer vor einem spektakulären Comeback?

#2 Zitat des Tages

Der als Wirtschafts-Nobelpreis bekannte "Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften" ging heuer an drei Personen für ihre Forschung über Armutsbekämpfung. Eine der PreisträgerInnen ist Esther Duflo. Sie ist erst die zweite Frau, die diesen Preis je erhalten hat. 

Damit anfangen kann gleich mal die Redaktion der "Economic Times": Die titelte dazu: 
"Indisch-amerikanischer MIT Professor Abhijit Banerjee und seine Frau gewinnen Nobelpreis für Wirtschaft."
titelbild economic times

Übrigens: Die Preisvergabe sorgte international für ziemliches Aufsehen. Marcel Fratzer, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, kommentierte etwa, dass die aus der Arbeit der GewinnerInnen gewonnenen politischen Maßnahmen weltweit in den letzten 20 Jahren hunderte Millionen Menschen aus der Armut geholt haben.

#3 Hast du das gesehen?

Florian Klenk, Chefredakteur des Falter, hat wegen der großen medialen Almzaundebatte von 2019 vor einiger Zeit einen wütenden Kommentar eines steirischen Bergbauern bekommen. Unvorsichtigerweise hat der Bauer den Bobo dabei auch noch eingeladen und der die Einladung dann auch noch angenommen. Herausgekommen ist dieses sehenswerte Video über die Probleme des Bergbauerntums, die ziemlich viel mit dem Klimawandel und globalisierter Handelspolitik zu tun haben. (Danke an einen Morgenmoment-Leser für den Hinweis!)

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Es ist eigentlich eine gute Nachricht - und doch auch eine schockierende. Erstmals überhaupt wird eine Frau Vorstandschefin eines Unternehmens, das am Deutschen Aktienindex (DAX) gehandelt wird. Dort sind die 30 größten deutschen Unternehmen des Aktienmarktes versammelt und erst 2019 hat es eine Frau an die Spitze geschafft. Die US-Amerikanerin Jennifer Morgan wird Co-Chefin des Technologiekonzerns SAP. Mitarbeitsplus gibt es für diese überfällige Entscheidung keines mehr.

#5 Spin des Tages

Nach dem schrecklichen Anschlag auf eine Synagoge im deutschen Halle ist passiert, was nach Gewalttaten in Deutschland seit Jahrzehnten fast immer passiert: Konservative PolitikerInnen übersehen das offensichtliche, große Thema (den Zugang zu Waffen, Fanatismus oder Extremismus) in der Tragödie völlig und reden stattdessen über Computerspiele, die sie weder kennen noch verstehen. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer will wegen des Anschlags nun die "Gamer-Szene" beobachten, sagte er. Jetzt sagen Leute, die sich wirklich mit Gaming-Kultur auskennen, zwar nicht, dass dort keine Probleme existieren (Spoiler: Es gibt viele). Aber vielleicht wäre es aber doch sinnvoller, zuerst mal die Rechtsextremen-Szene genauer zu beobachten, wenn man gezielt gegen jüdische Menschen und andere Minderheiten gerichtete Amokläufe verhindern möchte.

Als jemand wie ich, der schon immer gerne Games gespielt hat - auch sogenannte Shooter - findet man das Unwissen von PolitikerInnen über dieses Thema schon fast nicht mehr erwähnenswert. Dafür ist amüsant, wie manche SpielerInnen auf den politischen Vorstoß reagiert haben. Etwa mit einem Twitter-Kettenbrief, in dem Menschen sich dazu bekennen, durch welche Spiele sie radikalisiert wurden. "Bubble Bobble hat mich radikalisiert." (Anm.: Durch Twitter-Threads wie diesen kann man sich nach hinten weiterklicken, indem man immer die zitierte Meldung anklickt.)

Einen unterhaltsamen Tag wünsche ich,

Tom

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