Morgenmoment.
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/ 24. Januar 2020

Einen schönen guten Morgen,

Wenn mächtige Menschen sich treffen, sind Frauen eher nicht dabei. Ganz vorn dabei sind Frauen dafür, wenn es darum geht, ihre Berufstätigkeit zu reduzieren, um die fehlenden Kinderbetreuungsplätze zu kompensieren. Die geplante Teilzeitlehre wird daran nichts ändern. Ein Morgenmoment von Barbara Blaha.

#1 Möchtest du das teilen?

Junge Menschen sind für viele Unternehmen eine attraktive Zielgruppe. Um an sie heranzukommen, produzieren sie Unterrichtsmaterial wie Arbeitsblätter, Erklärvideos oder Online-Kurse. So stellen 20 der 30 größten deutschen Unternehmen Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Auch in Österreich produzieren Konzerne emsig Arbeitsblätter und Co. Tim Engartner forschte zu Lobbyismus an deutschen Schulen. Im Gespräch mit MOMENT erklärt er, welche Interessen dahinter stehen und warum wir den Lobbyismus eindämmen sollten.

 

#2 Zahl des Tages

Die Regierung plant mit der Lehrlingsoffensive auch die Einführung einer Teilzeitlehre. Was diese “Flexilehre” für eine junge Mutter bedeuten kann, hat sich die GPA-djp Jugend angesehen. Das Ergebnis: Eine Einzelhandelskauffrau, die im 2. Jahr ihrer Lehre ein Kind bekommt, würde über 10 Jahre hinweg mehr als 47.000 Euro weniger verdienen.

#3 Hast du das gesehen?

Die Klimakrise ist da - und kaum einer versteht sie. Was sie verursacht, was sie auslöst - und was das alles für unser Leben bedeutet, hat die Süddeutsche Zeitung in einem beachtenswerten Projekt übersetzt. "Die Anatomie einer Katastrophe" erklärt die Klimakrise in wenigen Worten und sehr eindrucksvollen Grafiken.

#4 Tweet des Tages

Die Reichen und Mächtigen treffen sich derzeit zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Was sie dort besprechen? Die britische Star-Ökonomin Maria Mazzucato fasst es treffend zusammen: "Milliardäre, die den Millionären sagen, wie die Mittelschicht leben soll."

 

Übrigens: Die Delegation der Vereinigten Staaten mit 677 Teilnehmenden ist die mit Abstand größte. Auf der Konferenz sind damit fast gleich viele Delegierte aus den USA wie weibliche Teilnehmerinnen weltweit. Eine genaue Aufschlüsselung nach Ländern sortiert, zeigt auch den Frauenanteil der österreichischen Delegation. Dieser liegt bei 21,4 Prozent.

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Familien strampeln im Alltag ziemlich um Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. All zu oft sind es die Mütter, die sich an diesem Spagat versuchen und ihre Berufstätigkeit deutlich reduzieren. Das passiert aber in den seltensten Fällen freiwillig, wie eine aktuelle Umfrage belegt. Zwei Drittel der befragten Eltern geben an, dass ihre Entscheidung keine Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen, nicht persönlich motiviert war, sondern durch die hohen Kosten begründet ist oder wegen nicht ausreichender Öffnungszeiten getroffen wurde. Dringend notwendig wäre laut den Befragten der Ausbau der Kindergärten sowie ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz.

Ein fabelhaftes Wochenende!

 

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