Morgenmoment.
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/ 30. Juni 2020

Guten Morgen!

Amsterdam greift zum Verbot, ein Komiker zum Brachialhumor und die Polizei weltweit zu oft zur Waffe. Dein Morgenmoment wurde heute von Tom Schaffer zusammengebaut.

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#1 Möchtest du das teilen? 

Aus den Demonstrationen der "Black Lives Matter"-Bewegung gegen rassistische Polizeigewalt ist eine weltweite Diskussion rund um die Polizei, systemischen Rassismus, aber auch über polizeiliche Strukturen und Aufgaben entstanden. "Defund the Police" (übersetzt etwa: "Kürzt die Polizei") wurde zum oft gehörten Slogan bei den Demos. Aber was steckt da eigentlich dahinter und wie soll das aussehen? Wir haben uns das für dich angesehen.

#2 Zitat des Tages

 
Toni Morrisson

Toni Morrisson über Rassismus

Rassismus plagt die Menschheit leider schon lange. Die Autorin und Uni-Professorin Toni Morrisson war erst 1993 die erste schwarze Frau, die einen Literatur-Nobelpreis bekam. Sie wollte in einem TV-Interview zu diesem Anlass aber nicht akzeptieren, dass sie als "Opfer" von Rassismus gesehen wird. Natürlich sei es für Menschen schrecklich, Rassismus erfahren zu müssen. Das Problem liege aber grundsätzlich bei jener Person, die rassistisch handle. Diese sei sinnentleert, moralisch unterlegen und wüsste das auch. Rassismus sei wie eine psychische Störung. "Wenn du nur groß sein kannst, weil jemand anderes auf den Knien ist, dann hast du ein ernstes Problem", sagte sie. Weiße sollten darüber nachdenken, wie sie ihr Problem in den Griff kriegen. "Lasst mich da raus."

#3 Hast du das gesehen?

Der Satiriker Sacha Baron Cohen hat wieder einmal eine Methode gefunden, um Menschen ihre Maske vom Gesicht zu reißen. Keine Sorge, das ist kein Verstoß gegen die gute Corona-Etikette. Cohen, der schon als Pseudo-Gangster Ali G. und Fernsehreporter Borat zu Ruhm kam, infiltrierte jüngst eine Veranstaltung von militanten Rechtsextremen in den USA. Er stellte sich auf die Bühne und sang ein kleines "Schunkel-Lied" für die Menge. Die stimmte zumindest zum Teil fröhlich ein in Verse, die von Rechtsextremen verhassten Menschen Gewalt antun wollten. Darunter Liberale, Linke, Ex-Präsident Barack Obama und Medien.

Aber hey! Wer nicht schon mal öffentlich bei Refrains wie "Steckt Obama mit der Wuhan-Grippe an", "Machen wir es wie früher und sperren sie ein" oder "Zerhackt sie in Stücke, wie es die Saudis tun" mitgegrölt hat, der werfe den ersten Stein!

#4 Besser geht doch

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wohnungen in Amsterdam, die an TouristInnen vermietet werden, regelrecht explodiert. Jede 15. Wohnung sei bereits auf entsprechenden Plattformen gelistet, heißt es von der Stadt. Unternehmen wie Airbnb und InvestorInnen, die oft zahlreiche Wohnungen kaufen, um sie dort kommerziell anzubieten, sind in der niederländischen Hauptstadt ebenso sehr ein Problem wie in vielen anderen Städten. Sie verschärfen städtische Wohnungsknappheit und treiben Mieten weiter nach oben. Nun reagiert Amsterdam darauf. Ab 1. Juli wird die Stadt zum Sperrgebiet für die Kurzzeitvermietung. Ab Mittwoch darf man im Stadtzentrum keine Wohnungen mehr an TouristInnen vermieten, in anderen Stadtteilen nur noch eingeschränkt. 

#5 Zahl des Tages

380.590 Unterschriften für das Klimavolksbegehren

Die Eintragungswoche für das Klima-Volksbegehren ging gestern Abend zu Ende. Wie schon am ersten Tag gab es auch am letzten Tag Probleme bei den Servern des Innenministeriums. Sowohl online als auch auf den Gemeindeämtern und Magistraten konnte man zeitweilig nicht unterschreiben. (Ein Einspruch auf eine Verlängerung wurde vor Redaktionsschluss eingebracht.) Trotz technischer Probleme und Pandemie, haben es letztlich 380.590 ÖsterreicherInnen hingekriegt, dem Parlament mehr Druck für eine ambitioniertere Politik gegen die Klimakrise zu machen.

Schönen Dienstag!

Tom

 

#6 Eine Sache noch

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