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Redaktion

/ 3. Juli 2020

Guten Morgen!

Wie in vielen anderen Ländern auch erhalten Frauen in Österreich demnächst niederschwellig Zugang zur Abtreibungspille Mifegyne. Überfällig und eine große Erleichterung. Das und mehr heute für Dich im Morgenmoment, zusammengestellt von Andreas Bachmann.

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#1 Möchtest Du das teilen?

Spätestens seit dem Skandal um massenhafte Ansteckungen mit dem Coronavirus in Tönnies-Fleischfabriken In Deutschland ist klar: Dort zu arbeiten ist ein Knochenjob. Mies bezahlt und unter schwer auszuhaltenden Bedingungen untergebracht, zerteilen ArbeiterInnen vorwiegend aus dem Osten Europas für uns das Fleisch. In MOMENT erzählt eine von ihnen, wie es war, drei Jahre in einer Fleischfabrik zu arbeiten und daneben zu wohnen. "Meine Töchter haben fast angefangen zu weinen, als ich ihnen Fotos davon geschickt habe", sagt sie. 

#2 Zahl des Tages

In Oberösterreich flammt die Coronavirus-Pandemie wieder auf. Folge: Vorher gelockerte Einschränkungen treten wieder in Kraft, um die Zahl der Neuansteckungen einzubremsen. In fünf Bezirken im Bundesland werden ab heute Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Horte geschlossen. Die Kinder und Jugendlichen sollen nun erneut zu Hause betreut werden. Für viele Eltern ist das schwer einzurichten. Für SchülerInnen ist es quasi ein vorgezogener Start in die Sommerferien, die Ende der nächsten Woche offiziell beginnen.


#3 In was für einer Welt leben wir?

Es ist eine eh schon eher schwache Maßnahme für weniger klimaschädlichen Flugverkehr. Jetzt hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ein Programm, das zusätzliche Treibhausgasemissionen der Fliegerei begrenzen sollte, wohl bis auf Weiteres an die Wand gefahren. Bei CORSIA sollten die Airlines zumindest für einen Teil ihrer CO2-Emissionen zahlen müssen. Doch jetzt änderte die UN-Luftfahrtorganisation einfach die Spielregeln. Folge: Die Flugbranche wird auf Jahre nichts zahlen für ihre Luftverschmutzung, wie unser Bericht zeigt.


#4 Besser geht doch

Es sei "ein großer Schritt für die Selbstbestimmung von Frauen", schrieb die grüne Nationalrats-Abgeordnete Meri Disoski. Die SPÖ-Parlamentarier Petra Bayr kommentierte: "Lange hat es gedauert, die Erleichterung ist groß". Denn die sogenannte Abtreibungspille Mifegyne soll nun auch von niedergelassenen GynäkologInnen verschrieben werden dürfen. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) gibt grünes Licht dafür. Bisher war das Medikament hierzulande nur in Krankenhäusern und Ambulanzen erhältlich, die auch Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Dies widerspreche der Praxis in vielen anderen Ländern, so Disoski. Bayr begrüßt, dass es Frauen "nun möglich ist, eine ungewollte Schwangerschaft innerhalb der ersten neun Wochen niederschwellig durch einen medikamentösen Abbruch zu beenden".


#5 Lesetipp

Türkische Faschisten der „Grauen Wölfe“ terrorisieren in Wien kurdische und andere linke Gruppen. Damit erreichten sie, dass der eigentliche Anlass der Demonstrationen, die Aggression des türkischen Staates in kurdischen Gebieten, gar nicht mehr Thema war. Rechtspolitiker wie Bundeskanzler Kurz nutzen die faschistischen Übergriffe für ihre eigene Agenda, schreibt Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl in ihrer aktuellen Kolumne. Indem er von „falscher Zuwanderungs- und Integrationspolitik“ spricht, zieht er die Linie nicht zwischen Rechtsextremen und Nicht-Rechtsextremen, sondern zwischen „MigrantInnen“ und „uns“. Das sei "eine Täter-Opfer-Umkehr. Die, die angegriffen wurden, sind plötzlich genauso schuld, wie die, die angegriffen haben."


Einen guten Start in den Tag!

Andreas

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