Morgenmoment.

/ Barbara Blaha
/ 5. Dezember

Schönen guten Morgen!

Der Krampus bringt dir heute neue Nachtzüge, eine Leerstandsabgabe gegen Immo-Spekulation und ein bisschen Untergangsstimmung in Deutschland. Zusammengesucht hat den Morgenmoment heute Barbara Blaha für dich.

#1 Diese Geschichte willst du teilen

Wer sich beruflich selbstständig macht, der stellt sich oft Flexibilität und Freiheit vor. Die Kehrseite: Die soziale Absicherung hängt oft an einem seidenen Faden. In Krisenzeiten können sich Selbstständige nicht arbeitslos melden, im Krankheitsfall droht ein finanzielles Desaster. Plus: Bei weitem nicht alle Selbstständige haben sich für diesen Weg freiwillig entschieden. In welche prekären Situationen die rund 350.000 Selbstständigen in Österreich rutschen können, liest du hier.

#2 Zahl des Tages

In vielen Städten stehen Wohnungen leer, österreichweit steigen die Mieten immer stärker. Salzburg ist hier keine Ausnahme: Geschätzt 7.000 Wohnungen stehen dort leer, nun will die Politik mit einer Leerstandsabgabe reagieren. Die Idee: Wenn jemand seine Wohnung selbst nicht braucht aber auch nicht vermietet, wird eine Abgabe fällig.

Leerstand in Salzburg

#3 Besser geht doch

Nachtzüge hatten es in den vergangenen Jahren schwer. Land um Land stellte die Nachtverbindungen ein: Die Strecke zwischen Zürich und Madrid wurde 2013 eingestellt, die Verbindungen zwischen Deutschland, Niederlanden, Dänemark und Frankreich 2014, die italienische Bahn stoppte die Verbindung Rom-Paris 2015, die deutsche Bahn stellte Nachtzüge 2016 zur Gänze ein. 

Mit eine Rolle spielte die Europäische Union. Statt dafür zu sorgen, dass das Streckennetz europaweit harmonisiert wird, also alle Züge auf allen Schienensystemen fahren können zum Beispiel, verstärkte sie den Wettbewerb. Jene Bahnunternehmen, die Nachtzüge bisher kostenfrei ihr nationales Schienennetz benutzen ließen, begannen daher Gebühren zu verlangen. Besonders betroffen davon waren Nachtzüge: Gerade die sind international unterwegs und können wegen der Schlafkabinen viel weniger Fahrgäste transportieren.

Wer mit dem Nachtzug fahren will,  kommt an der ÖBB in Europa nicht vorbei. Die österreichische Bahn hat den Nachtzugverkehr nicht nur nie aufgegeben, sondern stark ausgebaut. Die ehemaligen Nachtzüge der Deutschen Bahn betreibt längst die ÖBB. Nun hat die ÖBB neue Nachtzüge bestellt, 200 Millionen Euro werden in die Züge investiert, gebaut werden sie in Simmering, ab 2022 rollen sie durch Europa. Mitfahren wärmstens empfohlen!

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

TikTok ist das soziale Netzwerk junger Menschen. Es verzeichnet gewaltige Wachstumsraten. Um Cyber-Mobbing gegen "extrem gefährdete NutzerInnen" zu verhindern, gibt es Richtlinien für das Moderationsteam. Viele Videos von NutzerInnen, die vermeintlich oder tatsächlich beeinträchtigt, dick oder homosexuell sind, werden zwar nicht gelöscht, aber in ihrer Reichweite extrem beschränkt. Als Beispiele für NutzerInnen für die das gilt, nennt die Richtlinie, „Autismus“ oder „Downsyndrom“. Anders formuliert: Diese NutzerInnen dürfen zwar mitmachen, aber bitte ohne Publikum. Die Betroffenen selbst wurden darüber nicht informiert, berichtet die Plattform netzpolitik.org in ihrer Recherche.

 

#5 Lesetipp

Die deutsche Sozialdemokratie hat sich ein neues Vorsitzduo gewählt. Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken konnten in der Stichwahl die meisten Stimmen der Parteimitglieder auf sich vereinen. An sich ein unspektakulärer Vorgang, die Mitglieder eines Vereins wählen sich ihre Chefs selbst, wie etwa auch in den USA, Großbritannien oder bei den Grünen in Österreich. Die politischen Kommentatoren sehen das ganz anders. Der Untergang der SPD, der Bundesregierung, ja, Deutschlands wird orakelt. Eine schöne (und witzige) Zusammenschau über das Entsetzen der Journalistinnen und Journalisten über den Ausgang dieser Vorsitzwahl liefert dieser Beitrag.

Hab einen fabelhaften Tag!

Barbara

 

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