Ungleichheit
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/ 21. Januar

Reichtum und Einkommen sind auf der ganzen Welt extrem ungleich verteilt. Und das nicht nur zwischen oben und unten, sondern auch zwischen Männern und Frauen.

Der jetzt veröffentlichte Bericht von Oxfam zu sozialer Ungleichheit zeigt auf, wie weit die Ärmsten von den Reichsten entfernt sind und wie wenig Frauen im Vergleich zu Männern haben. So besitzen die 2.153 MilliardärInnen auf der Welt ein riesiges Vermögen von 8,7 Billionen Dollar. Als Zahl liest sich das so: 8.700.000.000.000 Dollar. Das ist mehr als die ärmsten 4,65 Milliarden Menschen der Erde besitzen, schreibt Oxfam, ein internationaler Zusammenschluss von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. Die Liste der Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten ist aber noch länger. Vor allem Frauen schneiden schlecht ab.

Frauen arbeiten mehr für weniger

Frauen leisten täglich 12,5 Milliarden an unbezahlten Arbeitsstunden im Haushalt, in der Pflege und Fürsorge. Würden diese Stunden zumindest mit einem Mindestgehalt bezahlt, wären das 11,2 Billionen Dollar jährlich, umgerechnet knapp 10 Billionen Euro. Insgesamt arbeiten Frauen täglich deutlich länger als Männer, bekommen aber viel weniger Arbeitsstunden bezahlt. Männer arbeiten im weltweiten Durchschnitt am Tag 6 Stunden und 44 Minuten. Für 5 Stunden und 21 Minuten davon werden sie auch bezahlt. Das sind mehr als 80 Prozent ihrer Arbeitszeit. Frauen hingegen leisten täglich durchschnittlich 7 Stunden und 28 Minuten Arbeit. Davon sind aber nur 3 Stunden und 3 Minuten bezahlt. Für die restliche Zeit erhalten sie keinen Lohn, also für fast 60 Prozent der von ihnen geleisteten Arbeitsstunden.

Männer sind reicher als Frauen

Doch selbst wenn Frauen für ihre geleistete Arbeit bezahlt werden, liegt ihr Gehalt weit unter dem der Männer. Im weltweiten Schnitt um fast ein Viertel, 23 Prozent, verdienen sie weniger als Männer. Und das hat Folgen: Sie können weniger Vermögen aufbauen. Männer besitzen weltweit im Schnitt 50 Prozent mehr als Frauen. Oxfam warnt zudem: Altersarmut trifft Frauen besonders häufig. Zwei Drittel aller Menschen, die weltweit keinen Anspruch auf eine Pension erhalten, sind Frauen. Auch in Österreich erhalten Frauen Pensionen, die im Schnitt nur halb so hoch sind wie die von Männern.

Vermögen der Reichsten explodieren

Die 500 reichsten Personen der Welt wurden im vergangenen Jahr noch reicher: Um umgerechnet mehr als eine Billion Euro steigerten die reichsten der Reichen ihr Vermögen. Das sind 25 Prozent mehr als im Jahr davon. Alleine das Vermögen, dass diese 500 Personen zusätzlich einstreichen konnten, ist weit größer als das gesamte Finanzvermögen aller 8,7 Millionen EinwohnerInnen Österreichs. Und dieses ist mit 661 Milliarden Euro auch nicht gerade gering.

Wer Aktien hat gewinnt, wer arbeitet nicht

In den Ländern der G7 stiegen die Reallöhne aller ArbeitnehmerInnen seit 2011 praktisch nicht. Dagegen konnte, wer Aktien besitzt, allein durch die von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden sein Vermögen vermehren - und das auch noch weit geringer besteuert als Löhne und Gehälter. Während Unternehmen heute fast ein Drittel mehr Gewinnbeteiligungen an diejenigen ausschütten, die Aktienanteile halten, gingen die Beschäftigten der Unternehmen leer aus. Denn die Reallöhne, also Löhne und Gehälter unter Einpreisung der jährlich steigenden Kosten für Waren und Dienstleistungen, stiegen nur um einen Bruchteil. Sie liegen heute magere 2,5 Prozent über dem Niveau von 2011. Vom wachsenden Reichtum in der Welt haben die Beschäftigten, ob weiblich oder männlich, kaum etwas.

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