Einsamkeit in der Krise: Junge Menschen fühlen sich besonders allein
Die Corona-Krise hat viele von uns einsamer gemacht. Das bestätigt nun eine Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) über Einsamkeit während der Pandemie im Vergleich zum Jahr 2017. Überraschend ist, dass vor allem junge Menschen einsamer geworden sind.
Einsamkeit ist nicht leicht zu messen. Definiert wird sie grob als die Lücke zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen. Einsamkeit ist eine persönliche Angelegenheit und wird daher über Befragungen ermittelt. Um sie dennoch vergleichbar zu machen, entwickelten die ForscherInnen des DIW einen Einsamkeits-Index. Je höher der Wert, desto einsamer der Mensch.
Was bedeutet das?
Wissenschaftliche Studien belegen, dass chronische Einsamkeit gefährlich für die Gesundheit der Betroffenen sein kann. In Österreich ist soziale Vereinsamung allerdings weit verbreitet. Bereits vor der Corona-Krise hatten rund 372.000 Menschen niemanden für persönliche Gespräche im Umfeld, wie der ärztliche Leiter der Caritas Wien Thomas Wochele-Thoma in einer Aussendung schreibt. „Wenn wir Menschen aus nachvollziehbaren Gründen dann raten, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, dann bedeutet das für viele, dass sie gar keine Sozialkontakte mehr haben.“
Gute Nachrichten trotz Einsamkeit
Die Befragung zeigt, dass trotz Anstieg an Einsamkeit andere Kennzeichen wie Lebenszufriedenheit stabil geblieben sind. Die StudienautorInnen sprechen in diesem Zusammenhang von hoher Resilienz der Bevölkerung. Wichtig sei außerdem, jene Gruppen weiter zu beobachten, bei denen die Einsamkeit besonders stark anstieg.
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