Selbstoptimierung: Wie Frauen sich selbst und andere Frauen zur Anpassung zwingen
Wie kann ich mich selbst optimieren?
Frauen investieren unfassbar viel Zeit und Geld in ihr Aussehen: Skin-Care-Routine, Haarentfernung, Friseurtermin, Profi-Maniküre: Alles noch ein bisschen “schöner”, noch ein bisschen “perfekter”.
Aber wir machen das ja alles freiwillig. Wir wollen uns schön fühlen. Uns sauber fühlen. Uns weiblich fühlen. Und dafür müssen wir eine Menge tun. Das wird uns von klein auf vermittelt. Haare auf Frauenkörpern sind ekelhaft und unhygienisch. Frauengesichter sehen ungeschminkt müde und nicht schön genug aus. Frauen, wie sie geboren werden, mit Haaren und Augenschatten und kurzen Fingernägeln, die genügen einfach nicht.
Weibliche Selbstoptimierung finanziert eine Milliarden-Industrie
Ein genialer Trick: Die weibliche Selbstoptimierung finanziert eine Milliarden-Industrie. Die zeigt uns unsere “Problemzonen”, um uns immer neue Dinge zu verkaufen.
Call us ugly, to sell us shit.
Sich davon frei zu machen ist richtig schwierig. Der Wert einer Frau wird immer noch danach bemessen, wie sie aussieht.
Wenn sich eine Frau den gesellschaftlichen Schönheitsidealen nicht unterwirft, sich die Arbeit nicht antut, das Geld nicht ausgibt, dann wird das gesellschaftlich bestraft. “Die ist aber ungepflegt” heißt es dann. Männer und Frauen beurteilen und verurteilen das. Ich auch.
Wieso stört es mich, wenn sich eine andere Frau nicht schminkt? Oder sich die Beine nicht rasiert? Wieso fühl ich mich dann unwohl? Wieso macht es mich teilweise sogar wütend?
Ich bin neidisch. Neidisch, dass sie es schafft, aus den gesellschaftlichen Erwartungen auszubrechen, und ich nicht. Ja, ich rasiere meine Beine freiwillig. Und ja, ich schminke mich auch freiwillig. Aber wie frei bin ich dabei wirklich?
Das könnte dir auch gefallen
- Pensionserhöhung 2027: Wer bekommt wie viel und ist das gerecht?
- Sexuelle Bildung für Menschen mit Behinderungen: "Die Leute glauben, dass etwas mit ihnen nicht stimmt"
- Prosfygika: Warum Menschen in Wien für einen Ort in Athen in Hungerstreik gehen
- Auf Spende folgt Strafe: Wenn die Hilfe von Mitmenschen bestraft wird
- Die Erbschaftssteuer und Omas Haus: Unser Rechner zeigt, wer wirklich betroffen wäre
- Sexualisierte Gewalt: Wie die Polizei Anzeigen aufnimmt und was sich dabei ändern sollte
- Warum wir so wenig über große Vermögen in Österreich wissen
- Amtssprache als Barriere: Österreichs Behörden sind kaum verständlich