Woche 4: Tolstoi
Hanna Herbst ist derzeit im Ausland und beobachtet die österreichische Politik von dort aus. Jede Woche schickt sie uns eine Postkarte zu Themen, die sie dabei beschäftigen.
Hallo wunschlos Unglückliche,
Wenn Tolstoi das gewusst hätte, dass er einmal für den Handke herhalten muss! Der setzte sich für politisch und religiös Verfolgte ein, besuchte Deserteure im Gefängnis. Er verdammte das Essen von Fleisch, weil Fleischkonsum Mord erforderte. Gandhi nannte ihn »den größten Apostel der Gewaltlosigkeit, den das heutige Zeitalter hervorgebracht hat«. Er wird sich ein paar Mal in seinem schlichten Grabe umgedreht haben dieser Tage, wahrscheinlich dreht er immer noch.
Grüße aus Sidemen, dem Mellau Asiens,
Eure Hanna
PS: Vielleicht einfach ein bisschen Olga Tokarczuk lesen dieser Tage
(Credits: Hanna Herbst/Caro Plank-Bachselten/Moment; CC BY-SA 4.0)
Das könnte dir auch gefallen
- Wer ist Clemens Pig?
- Die Kürzungslandkarte: Was Österreichs Sparpolitik tatsächlich kostet
- Kettensägen-Politik in Argentinien: 4 Mythen über den angeblichen Erfolg von Javier Milei
- Prosfygika: Warum Menschen in Wien für einen Ort in Athen in Hungerstreik gehen
- Auf Spende folgt Strafe: Wenn die Hilfe von Mitmenschen bestraft wird
- Warum wir so wenig über große Vermögen in Österreich wissen
- Falschaussage-Prozess: „Ich hatte wirklich Angst, ins Gefängnis zu kommen“
- Ping-Pong zwischen FPÖ und Problemmedien: So funktioniert das Zusammenspiel