Ungleichheit
Muss ich immer dankbar sein?
05. Oktober 2023
Ich muss dankbar sein und in Demut leben, denn ich bin "nicht" von hier? Unsere Kolumnistin Ebru betont: Ihr habt jedes Recht euch auch über Österreich aufzuregen. Die neue Kolumne zum Thema Dankbarkeit als Mensch mit Migrationsgeschichte ist da.
Immer nur dankbar sein?
Manchmal habe ich das Gefühl, ich dürfte mich 0 negativ zu Österreich äußern. Als wäre es mein freundliches Gastland, dem ich für ewig dankbar sein muss für alles. Egal ob es um die Innenpolitik oder den Alltag geht. Ich habe gefälligst dankbar zu sein und in Demut zu leben. Man wird auf ewig auf das Geburtsland der Eltern reduziert, selbst wenn man hier geboren und sozialisiert wurde – man muss sich zum Beispiel für die Politik im Herkunftsland rechtfertigen. Ich bin in Österreich geboren, ich arbeite hier, ich zahle hier meine Steuern und Abgaben. Ich habe jedes Recht mich über Österreich aufzuregen.
Das könnte dir auch gefallen
- Ingrid Brodnig über das Feindbild Frau: „Frauen wird viel öfter sexualisierte Gewalt angedroht“
- Die Geschichte vom wahren "Herr der Fliegen" und warum du sie kennen solltest
- Stelzer (ÖVP) hetzt gegen Migrant:innen - Problemmedium "Heute" druckt es
- Nach der Raiffeisenbank in Dornbirn: Wie sexistisch ist Werbung?
- Die Unsichtbaren: Wohnungslose, von denen niemand weiß
- Männerdemo gegen Männergewalt: “Natürlich bringen nicht alle Männer Frauen um. Aber was machst du konkret dagegen?”
- Keine Kinderbetreuung: Ich kann nicht so viel arbeiten, wie ich gerne möchte
- Wie viele Gisèle Pelicots gibt es in Österreich – und was tun die Behörden, um sie zu schützen?