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Energiekrise: Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer will Eigenverantwortung statt Tempolimit

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) will angesichts der drohenden Öl- und Gasknappheit keine Alarmstimmung und schon gar kein Tempolimit, sagt er im Gespräch mit dem ORF. Er appelliert und glaubt lieber an den “mündigen Bürger” und dass jede:r selbst überlegen und einen Beitrag leisten kann. Wir drücken die Pausetaste.

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) warnt vor der schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten und sagt: "Europa hat das Ausmaß noch nicht verstanden." Der CEO von Shell warnt laut der Presseagentur Reuters, dass die Energie schon nächsten Monat knapp werden könnte.

Hattmannsdorfer: Eigenverantwortung statt Tempolimit

Währenddessen sagt der Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer im Interview mit dem ORF, dass die Versorgung derzeit "stabil" sei, er nichts von "Alarmstimmung" hält und auch nicht von einem Tempolimit. Stattdessen appelliert er an die Eigenverantwortung der "mündigen Bürger", dass jeder selbst überlegen soll, wo er oder sie einen Beitrag leisten können. 

Viel Potenzial: Verkehr und Industrie verbrauchen viel Energie

Wenn Expert:innen Alarm schlagen, sollte die Politik aber zumindest soweit alarmiert sein, dass sie Schritte setzen - besser früh als zu spät. Und die Verantwortung an die Individuen abzugeben ist kein angemessener Schritt. Zumal Verkehr und Industrie mehr Energie verbrauchen als die privaten Haushalte. Außerdem macht bei den privaten Haushalten ein großer Teil des Energieverbrauchs das Heizen aus. Viele Menschen wohnen zur Miete und haben gar keinen Einfluss darauf, wie ihre Wohnung geheizt wird.  

Warum ein Tempolimit doch gut wäre

Die Politik könnte und sollte direkt eingreifen, und zwar dort, wo viel Energie gespart werden kann´- beispielsweise mit einem Tempolimit. Das würde den Energieverbrauch senken und darüber hinaus das Klima schonen und Verkehrsunfälle verringern.


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