Gegengelesen: Die Krone erklärt, wieso es den Lobau-Tunnel braucht
Die Kronen Zeitung lobbyiert wieder einmal für Lobau-Tunnel. Dafür stellen sie auch einem Experten des ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs) ein paar Fragen und bringen ihre Schlüsse zu Papier. Dass Studien zeigen, dass mehr Straßen mehr Verkehr bringen. Dass Untersuchungen zu dem Ergebnis kamen: Der Lobau-Tunnel ist die schlechteste aller Varianten für die Wiener Nordostumfahrung. Das wird alles nicht erwähnt.
Stattdessen heißt es: Tausende Wohnungen könnten in der Donaustadt nicht gebaut werden, weil eine ordentliche Anbindung fehlt. Das mag stimmen. Die Lösung dafür sind aber nicht mehr Straßen, sondern eine ordentliche öffentliche Verkehrsanbindung. Das würde auch den im Artikel kritisierten Stop-and-Go-Verkehr, die Staus sowie die schlechte Luft und den Lärm für “Anrainer:innen und Erholungssuchende” reduzieren.
Einige Lösungsansätze zur Reduktion des Verkehrs liefert der Experte: Mehr Park & Ride-Anlagen, der Ausbau der rollenden Landstraßen in Ostösterreich sowie eine Verlängerung der U-Bahn ins Wiener Umland sind gute Ansätze.
Die Krone fordert aber dann doch lieber den Lobau-Tunnel und fragt dann noch einmal: “Was könnte Entlastung bringen?” Das beantworten wir gerne: Öffis ausbauen und attraktiver gestalten, klimaschädliche Subventionen im Verkehr abschaffen (beispielsweise das Dieselprivileg) und aktive Mobilität in der Stadtplanung bevorzugen.
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