Rezession durch Corona? Moment mal!
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/ 18. März 2020

Corona trifft die Wirtschaft hart, eine Rezession steht bevor. Die Frage lautet: Wie schlimm wird sie - und was tun wir, damit wir da alle gemeinsam möglichst gut durchkommen. Barbara Blaha analysiert in der Homeoffice-Folge von "Moment mal!" die aktuellen wirtschaftlichen Folgen zu Corona.

 

Es droht eine schwere Rezession

Die Politik sieht Corona im Moment vor allem als Gesundheitskrise und tut alles, was nötig ist, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Das ist richtig und wichtig. Wir werden aber dieselbe Entschlossenheit auch bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise brauchen, die nun begonnen hat. 

Zehntausende haben jetzt schon ihren Job verloren, viele Unternehmen werden bald zahlungsunfähig sein, industrielle Lieferketten zusammenbrechen.

Rezession in China schon spürbar

Was auf uns zukommt, zeigt ein Blick nach China: Die Industrie ist dort so stark eingebrochen wie seit 30 Jahren nicht. Die Umsätze im Einzelhandel sinken dramatisch, die chinesische Wirtschaft ist so stark geschrumpft, wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Die Frage ist also nicht, ob eine Rezession kommt. Die Frage lautet: Wie schlimm wird sie - und was tun wir, damit wir da alle gemeinsam möglichst gut durchkommen.

Deutschland und Frankreich bekämpfen Rezession entschlossen

In Deutschland hat die Politik an Wirtschaft und Märkte die klare, sehr absichtliche Botschaft gesendet: Wir tun alles was nötig ist, wir packen die Bazooka aus. Krediten von Unternehmen werden ohne Grenze nach oben abgesichert.

Frankreich macht jetzt 45 Milliarden Euro locker um Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu stützen: Miet, Strom- Gas und Wasserkosten werden für alle Betriebe auf Null gesetzt, über die Verstaatlichung von Betrieben wird bereits nachgedacht. Die USA kündigt nun ein Konjunkturpaket in Höhe von 850 Milliarden Euro an. 

Rezession in Österreich noch abwendbar?

Österreich ist hier zögerlicher. Zwar sagt auch Vizekanzler Kogler, dass die Corona-Krise sogar „dramatischer als die Finanzkrise“, ist. Zum Vergleich: Die hat uns alle rund 11 Miliarden Euro gekostet. Aktuell liegen für den Schutz der Wirtschaft in Österreich nur 4 Milliarden Euro am Tisch.

Was es dringend braucht: 

  • Ein klares Signal der Sicherheit, gerade für die Klein- und Mittelunternehmern; dass wir alles tun; um sie zu stützen und Arbeitsplätze zu schützen: 
  • Setzen wir die Mietzahlungen aus und gewähren darauf einen Rechtsanspruch 
  • Stoppen wir für die Dauer der Krise die Betriebskosten für geschlossene Betriebe  wie (Strom, Gas, Wasser
  • Stocken wir den  Krisenbewältigungsfonds auf 
  • Und führen für alle betroffenen Selbstständige Anspruch auf Arbeitslosengeld ein; statt verspäteter Einmalzuschüsse aus dem Notfallfonds.
  • Es braucht eine Corona-Grundsicherung: Wir müssen Arbeitslosengeld und Mindestsicherung erhöhen, und den Zugang so unkompliziert und rasch wie möglich machen.

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