Ein kleines, leeres Zimmer einer Mietwohnung. Die Fenster sind zu einem kleinen Balkon hin geöffnet.
Ein kleines Zimmer - Bild: Pixabay
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Redaktion

/ 9. Oktober 2020

Die "Inflation" trifft nicht alle Menschen gleich. Wer mietet oder einfach wenig verdient, hat es schwerer.

Steigende Preise beim Einkaufen und im alltäglichen Leben treffen nicht alle Menschen gleich. Besonders MieterInnen leiden im Vergleich zu EigentümerInnen von Wohnungen und Häusern doppelt so stark unter dem bekannten Phänomen der Teuerung (Inflation). Das zeigt eine neue Untersuchung des Momentum Instituts, über die Entwicklung der vergangenen Jahre.

Wer in österreichischen Großstädten wie Wien, Graz oder Innsbruck lebt und mietet, dessen Leben wurde um insgesamt 7,4% bis 7,8% teurer. Wer auf der anderen Seite Eigentümer in einer kleinen Landgemeinde ist, ist mit 3,2% teureren Preisen vergleichsweise gut davongekommen.

Das Bild für MieterInnen ist aber auch in kleinen Gemeinden nicht viel besser. Überall stark steigende Wohnungsmieten machen sich für MieterInnen als Preistreiber bemerkbar, weil sie einen hohen Prozentsatz ihres Einkommens für Wohnen ausgeben müssen.

Die Teuerung ist für GeringverdienerInnen höher

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Preise für sie persönlich stärker steigen, als es die offizielle Inflationsrate ausweist. Das untermauert auch die neue Analyse des Momentum Instituts. Diese hat die Verteilung der Inflation auf unterschiedliche Einkommensgruppen in den Jahren 2016 bis 2019 untersucht.

Das Ergebnis: Das ärmste Fünftel der Haushalte sah sich mit einer um 1,5 Prozentpunkte höheren Teuerung konfrontiert als das reichste.

Die einkommensschwächsten Haushalte litten in diesem Zeitraum zusammengenommen unter einer Inflation von 6%. Die einkommensstärksten Haushalte waren dagegen nur mit einer Rate von 4,5% betroffen. Nach Zehnteln aufgeschlüsselt verteilt sich die Teuerung sogar noch ungleicher: Für das Zehntel mit der niedrigsten Inflation betrug sie kumuliert knapp 2%, für das Zehntel mit der höchsten Inflation fast 12%.

Der Unterschied zwischen der offiziellen Teuerungsrate und dem was sie bei Menschen mit kleinen Einkommen vor allem MieterInnen, StadtbewohnerInnen und Frauen tatsächlich ausmacht, erklärt sich aus der Berechnungsweise: Einkommensstarke Haushalte kaufen viel mehr. Und das, was sie kaufen, verzerrt die Statistik in eine harmloser aussehende Richtung. Es bildet die Lebensrealität ärmerer Haushalte nicht ab.

Haushalte mit niedrigerem Einkommen geben mehr für Waren und Dienstleistungen aus, bei denen die Preise stärker steigen. Zum Beispiel für Wohnen, Energie oder Lebensmittel.

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