Morgenmoment
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/ 30. November 2020

Guten Morgen!

Österreich schafft es nicht aus den Schlagzeilen, zumindest nicht aus unseren. Wir haben die Boulevard-Zeitung mal wieder für dich gelesen, damit du es nicht tun musst. Apropos nichts tun: Für tausende SaisonarbeiterInnen schaut es jobmäßig noch lange zappenduster aus, soziale Absicherung haben die allermeisten aber keine. Was sonst noch alles repariert gehört, hat heute Barbara Blaha für dich aufgeschrieben.

#1 Möchtest du das teilen?

Pisten auf oder zu? Bei dieser Frage scheiden sich momentan die Geister. Was für die einen nur der Verzicht auf einen schönen Urlaub bedeutet, entscheidet für tausende SaisonarbeiterInnen über grundlegende Existenzfragen. Wir haben mit Saisonkräften gesprochen, die bereits von Obdachlosigkeit betroffen sind oder nun Angst haben, auf der Straße zu landen.

#2 Zahl des Tages

Frauen gründen... anders. Junge Start-ups werden von Männern gemacht: Auf 5 Jungunternehmer kommt nur eine Gründerin. Ganz anders sieht es bei Start-ups aus, die sich einem sozialen Gedanken verschrieben haben. Bei den Sozialunternehmen hat jedes zweite eine Chefin. Und: In weiblich geführten Unternehmen gibt es öfter MitarbeiterInnen-Teilhabe. Warum das so ist? Die Forschung meint, Frauen gründen anders, weil sie anders gründen müssen. Eine Studie zeigt: InvestorInnen stellen bei einem Investor-Pitch unterschiedliche Fragen: Männern werden Fragen gestellt, die auf ihre Erfolge abzielten, Frauen danach, wie sie ein Scheitern verhindern würden. Entsprechend fielen die Antworten aus – und beeinflussten, wie investiert wurde: Nämlich vor allem in die Geschäftsidee der Männer.

Drei Frauen stehen vor einer Wand. Eine hebt in Siegespose den Arm, die andere schaut sie an und lacht. Der Text sagt: 53% aller Sozialunternehmen wird von Frauen gegründet.

#3 Hast du das gesehen?

ÖSTERREICH hat es mal wieder in unsere Rubrik "Gegengelesen" geschafft. Ein Bericht, der vor Wiederholungstätern des Terroranschlags in Wien warnt, ist so formuliert, dass er Wiederholungstaten wahrscheinlicher macht. Terroristen sollte man nicht mit ihren selbst verbreiteten Bildern zeigen - schon gar nicht, wenn sie sich per Selfie in Heldenpose plus Waffen darstellen. Und: Der Namen eines Attentäters muss nicht unnötig bekannt gemacht werden. Diese Art von "Ruhm" ist etwas, das Amokläufer und Terroristen manchmal zu ihren Taten bewegen kann. Das ist alles in den vergangenen Wochen diskutiert worden und bekannt. Wann kommt das Basiswissen von journalistischer Ethik auch in der Redaktion von OE24 und ÖSTERREICH an?

Ein Artikel der Tageszeitung Österreich wird mit Rotstift korrigiert. Das Bild, das im Original den Attentäter von Wien zeigt wurde verpixelt.

#4 Gezeichnet

Der Premierminister hat ein Problem. Seine Parteispender sind über die Kosten der Krise höchst besorgt. Nun müssen Ideen her, wie man möglichst ohne Widerstand spart. Zum Glück hat er ein Talent dafür. Der Hebel der Macht deckt auf.

#5 Besser geht doch

Bild zeigt Werkzeug, wie Hammer und Zange auf einem Tisch. Der Text sagt: Europa: Recht auf Reparatur kommt

Gute Nachrichten aus dem EU-Parlament: Das Recht auf Reparatur wurde dort beschlossen. Hersteller werden damit verpflichtet, ihre Geräte so zu planen, dass sie jedenfalls repariert werden können. Bisher werden Elektrogeräte kaum repariert. Entweder, weil sie nicht repariert werden können. Oder, weil eine Reparatur sogar teurer ist als ein neues Gerät. Angst vor hohen Kosten müssen wir nicht haben: Zwar sind haltbarere Geräte möglicherweise teurer, doch wir sparen immer noch mehr bei der Reparatur, als ein kaputtes Gerät durch ein neues zu ersetzen. Bis wann und wie der Beschluss genau umgesetzt wird, ist noch in Diskussion. Der Anfang immerhin ist gemacht.

Wer noch keinen Adventkalender (gebastelt) hat: Jetzt aber flott!

Eine schöne Woche!

Barbara

 

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