Reproduktive Rechte am LKH Bregenz: Fortschritt mit Hürden
Etwa 70 Prozent der Abbrüche am LKH erfolgen medikamentös, 30 Prozent operativ. Die moderne medizinische Praxis eröffnet echte Wahlmöglichkeiten. Besonders die medikamentöse Methode gilt als sicher, schonend und ermöglicht den Betroffenen mehr Kontrolle über den Ablauf.
Das neue Angebot im LKH Bregenz trägt auch dazu bei, dass weniger Betroffene auf externe Beratungsstellen angewiesen sind. Die psychosoziale Beratung vor Ort wird zunehmend angenommen – viele fühlen sich ernst genommen, informiert und begleitet. Das ifs (Institut für Sozialdienste) bietet direkte Beratung im Spital – ohne Umwege und ohne Hürden. Unterstützung gibt es bei sozialen, psychologischen, finanziellen und rechtlichen Fragen.
Trotzdem bleibt der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Vorarlberg weiterhin erschwert. Es gibt nur wenige Angebote, und das gesellschaftliche Klima ist in Fragen reproduktiver Rechte stark konservativ geprägt. Es ist polarisiert und belastet zusätzlich. Schwangerschaftsabbruch wird noch immer tabuisiert und nicht als Teil grundlegender Menschenrechte und medizinischer Versorgung anerkannt.
Besonders problematisch: Vor dem LKH gibt es keine Schutzzone. Abtreibungsgegner:innen versuchen regelmäßig, Betroffene beim Betreten des Krankenhauses abzufangen. Der Verein Pro Choice Vorarlberg organisiert regelmäßig Gegenbewegungen und unterstützt Menschen vor Ort solidarisch.
Auch die finanzielle Hürde ist für viele schwer zu überwinden: Ein Abbruch kostet rund 720 Euro. Für viele junge Menschen unter 25 ist das kaum leistbar. Michaela Moosmann vom Verein Amazone: „Es braucht dringend Zuschüsse, damit finanzielle Not kein Hindernis für Schwangerschaftsabbrüche ist.“
Reproduktive Rechte sind Menschenrechte – und sie müssen für alle garantiert werden. Der Zugang zu einem sicheren, selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch darf kein Privileg sein, sondern muss selbstverständlich sein – überall und für alle.
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