Still aus einem Video von Barbara Blaha mit erhobenem Zeigefinger

Sind die Schulschließung in Österreich fix?

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/ 11. November 2020

Österreich steuert auf Schulschließungen zu. Je mehr Infektionen, desto eher Lockdown: Die Zahlen steigen weiter, also müssen wir weiter zusperren. Als nächstes die Schulen und Kindergärten ist doch logisch, oder? Moment mal!

Sind die Schulschließungen in Österreich fix?

Alle haben vor einer zweiten Welle gewarnt. Nagut, fast alle. Nun ist sie da und Österreich tut gelinde gesagt: überrascht. Viel mehr als “Macht's halt die Fenster auf” ist dem Bildungsminister zur Frage nicht eingefallen, wie man die Schule sicher offen halten kann. Muss man schon verstehen, acht Monate sind wirklich wenig Zeit, sich da was Gescheites zu überlegen, da kommt man ja zu nichts. Während Gastronomie und Veranstalter an Sicherheitskonzepten gefeilt haben, ist im Schulbereich was passiert? Nix. 

Ausgerechnet bei den Schulen gibt es keine ansatzweise kreativen oder komplexen Überlegungen mehr, sondern nur mehr Binärsystem: Schule auf. Schule zu. 1 und 0, schwarz und weiß. Statt die Frage zu stellen: Wie schaffen wir es, die Schulen möglichst sicher offen zu halten?

Schulschließungen für Kinder schwierig

Für Kinder ist es nicht egal, ob sie zuhause festsitzen oder in die Schule können: Schulschließungen treffen nicht Kinder alle Kinder gleich. Insbesondere arme Kinder trifft ein Schul-Shutdown hart. Und am schlimmsten sind die Effekte bei den Jüngsten, also im Kindergarten und in der Volksschule. Wer die Schulen schließt, der schließt für viele Kinder Türen in die Zukunft. Deshalb muss das unsere oberste Priorität sein: Schulen und Kindergärten für die ganz Kleinen offen halten. Da gibt es ja tatsächlich ein paar Ideen.

Was Schulschließungen verhindern könnte

  • Luftfilter zum Beispiel. Halten die Virenlast im Raum konstant niedrig. Ja, das kostet was, aber was fürs Fitnessstudio gut genug ist, wird für die Schulklasse wohl auch gehen. Und verglichen mit dem, wofür wir derzeit sonst Geld rausblasen, ist die Anschaffung solcher Filter lachhaft günstig - und bestens investiertes Geld, nämlich in die Zukunft der Kinder.
  • Co2 Messgeräte: Ein kleines Gerät, dass der Klasse anzeigt, wann wieder gelüftet werden muss. Wäre übrigens auch in normalen Zeiten sinnvoll in jedem Klassenzimmer. Weil Sauerstoff und so!
  • Ordentliche Schutzausrüstung für das Personal: Genügend FFP2 Masken sind ja das Mindeste, was wir den PädagogInnen zur Verfügung stellen müssen. Maskenpflicht zumindest ab der Unterstufe würde alle schützen. 
  • Kleinere Klassen und Kindergruppen: Ja, das ist ein Organisationsaufwand, ja, das lässt sich nicht über Nacht hinstellen, aber machbar wäre es allemal.  In anderen Ländern wurden zusätzliche Gebäude angemietet, die derzeit leer stehen, um das zu schaffen. Museen, Theater, Kinos: Alles leer derzeit. 
  • Und: Warum nicht gemischte Unterrichtsformen andenken, damit eben nicht alle SchülerInnen gleichzeitig und die ganze Zeit in die Schule müssen? Viele Büros arbeiten derzeit in Wechselschichten, was da klappt, muss auch in der Schule gelingen. Ja, dafür braucht es technische Ausstattung und starkes Internet, zu blöd, dass Österreich Schlusslicht beim Breitband-Ausbau ist, aber das wär doch ein guter Anlass, das mal anzugehen.
  • Gestaffelter Unterrichtsbeginn: warum nochmal schicken wir X-Tausend Schülerinnen und Schüler alle um die selbe Zeit in den Unterricht? Damit sie sich in den Bussen und Bims dieses Landes stauen, damit sie sich  dann in den Garderoben und Gängen drängen? 

All' diese Maßnahmen können nicht zu hundert Prozent verhindern, dass sich trotzdem einige Schülerinnen und Schüler in der Schule mit Corona anstecken. Aber es wären jedenfalls viel, viel weniger, als ohne diese Maßnahmen. Es würde helfen, die Ansteckungskurve wieder abzuflachen, flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden und gleichzeitig Eltern zu entlasten. Let’s do this!

Links und Quellen

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