Morgenmoment
/ 29. Juni 2022

Guten Morgen!

Auch du kannst im Internet berühmt werden. Dafür musst du dich nur von deinen Prinzipien verabschieden und einmal so richtig billig provozieren. Wer diese Strategie tatsächlich fährt und was wir dagegen tun können, erfährst du in deinem Morgenmoment. Heute verschickt von Lisa Wölfl.

#1 Möchtest du das teilen?

Wer im Kampf gegen die Klimakrise ambitionierte Gesetze beschließt, muss dafür absurderweise immer öfter teuer bezahlen. Denn wenn Öl- und Gaskonzernen dadurch ein Nachteil entsteht, können sie Länder mit Milliardenklagen vor ein Schiedsgericht bringen. Möglich macht das die Energiecharta - ein umstrittener und kaum bekannter Vertrag. Er wurde jetzt reformiert und ist immer noch ein Problem. Wir haben uns angesehen, warum Europa aussteigen sollte.

#2 Hast du das gesehen?

Liest du manchmal Aussagen von rechten Politiker:innen und denkst: Das können die doch nicht ernst meinen? Dahinter steckt eine Strategie: billig provozieren, damit bekannt werden und Reichweite generieren. Wie soll man damit umgehen? Natascha Strobl hat drei Tipps für dich:

#3 Lesetipp

Der Zugang zu Abtreibung ist mit dem Urteil des Supreme Courts in den USA extrem eingeschränkt worden. In Österreich sind Schwangerschaftsabbrüche nicht legal - aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. In den ersten drei Monaten könnten ungewollt Schwangere ohne Angst vor Strafen einen Abbruch durchführen lassen.

Wie trifft man so eine Entscheidung? Wie fühlt sich ein Schwangerschaftsabbruch an? Lea hat medikamentös abgetrieben. Ihr war sofort klar, dass sie nicht schwanger sein wollte. Trotzdem suchte sie bei sich nach intensiven, negativen Gefühlen. Für uns hat sie vor einiger Zeit aufgeschrieben, wie der Abbruch für sie war.

#4 So könnte es gehen

Heute wird es heiß. In Wien soll es 36 Grad bekommen. Kannst du dir vorstellen, bei dieser Hitze draußen am Bau zu arbeiten? Viel zu viele müssen das immer noch.

Dabei könnten Unternehmen ab 32,5 Grad "Hitzefrei" geben. Die Arbeiter:innen müssen dann nicht bei gefährlichen Temperaturen arbeiten und bekommen 60 Prozent ihres Lohns weiterbezahlt. Die Kosten bekommen die Firmen von der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) erstattet.

Die Gewerkschaft fordert jetzt einen Anspruch auf "Hitzefrei" für Arbeiter:innen, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.

#5 Zahl des Tages

Die Klimakrise raubt uns den Schlaf. Wenn es heiß ist, können wir weniger gut einschlafen und wachen öfter auf. In der Nacht auf Dienstag ging es in Graz wohl vielen so. Die Temperatur nicht unter 23,5 Grad - ein trauriger Hitzerekord. Noch nie wurde in Graz eine Nacht aufgezeichnet, in der es so heiß blieb.

Wenn es in der Nacht nicht kühler als 20 Grad wird, sprechen wir von Tropennächten. 2021 gab es in Graz davon 6.

Ich wünsche dir einen schönen Tag (und später eine gute Nacht),

Lisa

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