Nachtaufnahme eines Gewitters. Ein Blitz durchbricht die Dunkelheit.

Dienstag Abend wurden über 100.000 Blitze innerhalb von drei Stunden über Österreich registriert. Unzählige Male mussten die Feuerwehren ausrücken. Da es immer mehr Unwetter und klimabedingte Einsätze gibt, stoßen die Feuerwehren langsam an ihre finanziellen Grenzen. Credit: pexels.com/Ibadah Mimpi

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/ 29. Juli 2020

Die schweren Unwetter der letzten Tage und Wochen haben landesweit zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Obwohl unser System auf Ehrenamtlichkeit basiert, kostet es Geld. Und das geht den Feuerwehren langsam aus. Der Katastrophenfonds muss endlich aufgestockt werden, mahnt nun auch der Feuerwehrpräsident.

 

Am Dienstagabend zogen schwere Unwetter über Österreich. Über 100.000 Blitze wurden binnen drei Stunden registriert. Landesweit heulten die Sirenen auf - und tausende ehrenamtliche Feuerwehrmänner und -frauen machten sich sofort auf, um Keller auszupumpen, umgefallene Bäume von Straßen zu räumen, oder um einen Hangrutsch zu beseitigen. Alleine im Bezirk St. Pölten waren 50 Feuerwehren mit 200 Einsätzen beschäftigt.

Feuerwehrpräsident fordert dringende Aufstockung des Katastrophenfonds

Obwohl das Feuerwehrsystem in Österreich vor allem auf Ehrenamtlichkeit beruht, kostet es Geld. Und das reicht seit Jahren nicht mehr, erklärt Feuerwehrpräsident Albert Kern: Eine zeitgemäße Unterstützung der Feuerwehren für die Anschaffung von Geräten und Fahrzeugen ist mit den derzeitigen finanziellen Mitteln aus Feuerschutzsteuer und Katastrophenfonds nicht mehr ausreichend möglich.

Das Problem: Neben der Feuerschutzsteuer erhalten die Feuerwehren Geld aus dem Katastrophenfonds. Und dieser wird seit dem Jahr 2013 mit 95 Millionen Euro gedeckelt. Diese Summe müsste laut Kern auf 130 Millionen erhöht werden.

Außerdem müssen wegen der Corona-Krise viele Feuerwehrfeste abgesagt werden - womit den Feuerwehren eine weitere wichtige Geldquelle versiegt ist.

Porträt von Feuerwehrpräsident Albert Kern. Text: "Auch wenn unser Feuerwehrsystem auf Ehrenamtlichkeit basiert, kostet es Geld. Das wird Seitens der öffentlichen Hand nicht ernst genug genommen."

Feuerwehrpräsident Kern, Moment.

Immer mehr Feuerwehreinsätze wegen Klimawandel

Tatsächlich bedingt der Klimawandel mehr Einsätze. Diese sind vielfältig: Von Schneebruch bis Überflutungen oder Waldbränden reicht die Palette. Immer öfter müssen die Feuerwehren ausrücken - und das zu jeder Jahreszeit. Immerhin bleibt die Zahl der Freiwilligen halbwegs konstant, wie diese Grafik zeigt:

Die Feuerwehren sind also immer mehr gefordert. Und die Anpassung an den Klimawandel kostet ebenfalls mehr Geld - vor allem im Bereich der Ausrüstung und damit verbunden auch im Bereich der Ausbildung.

Der Feuerwehrpräsident wird nicht müde zu betonen, wie wichtig eine sofortige finanzielle Aufstockung wäre: Unsere Einsatzkräfte stehen rund um die Uhr bereit, um der Bevölkerung zu helfen. Auch wenn unser Feuerwehrsystem in Österreich auf Ehrenamtlichkeit basiert, so kostet es natürlich Geld. Das wird seitens der öffentlichen Hand leider sehr oft vernachlässigt und nicht ernst genug genommen.

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