Barbara Blaha erklärt die richtige Wirtschaftspolitik zur Corona-Krise
Barbara Blaha erklärt die richtige Wirtschaftspolitik zur Corona-Krise
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/ 11. März 2020

Wirtschaftliche Folgen von Corona: Wie wir jetzt gegensteuern können

Der Coronavirus bereitet uns Sorge um die Gesundheit unserer Lieben. Das muss im Moment unsere erste Priorität sein: Aber: Die wirtschaftlichen Folgen von Corona werden uns alle treffen.

Wirtschaftliche Folgen von Corona: Jetzt gegensteuern

Großveranstaltungen sind abgesagt, Universitäten geschlossen, Schulschließungen werden folgen. Aktuell trifft das Konzerte, Restaurants und den Tourismus. Die wirtschaftlichen Folgen werden uns aber alle betreffen. Viele könnten ihren Job oder ihr Einkommen verlieren.

Denn der Corona-Schock geht an den Motor der Wirtschaft: Ob wir einkaufen, essen gehen oder eine Reise planen ist entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung. Corona trifft aber nicht alle Firmen gleich: Einen geplanten Autokauf hole ich im Herbst wahrscheinlich nach, die Essenseinladung für morgen Abend ist futsch. Unternehmen werden geplante Investitionen verschieben. Firmen werden weitere Leute aus Vorsicht vorerst nicht anstellen. Wirtschaftsforscher haben bereits vor Corona sinkendes Wirtschaftswachstum und steigende Arbeitslosigkeit befürchtet. Mit dem Virus sind negative wirtschaftliche Folgen fast garantiert.

Hört sich schlimm an? Wir sind nicht machtlos.

Mit kluger Wirtschaftspolitik gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise steuern

1. Kurzarbeit

Wir haben aus der Finanzkrise 2008 gelernt, dass Kurzarbeit Massenentlassungen verhindert und die wirtschaftlichen Folgen einer Krise abschwächt. Der Staat übernimmt dabei die Kosten der kurzfristigen Arbeitszeitverkürzung. So können Firmen ihre Angestellten halten bis sich alles wieder normalisiert hat. Die kleinen Selbstständigen dürfen wir nicht vergessen. Eine Musikerin, der alle Auftritte abgesagt werden, kann gerade nichts verdienen. Die dafür vorgesehenen Mittel sind für dieses Jahr bereits verbraucht. Wir brauchen eine rasche Aufstockung der Gelder, mindestens eine Verdreifachung. So kommen alle gut durch die Krise.

2. Gehaltsfortzahlungen für Eltern

Kindergärten und Schulen werden schließen: Das ist eine riesige Belastung für  berufstätige Eltern. Großeltern dürfen nicht einspringen: Corona ist für ältere Menschen viel gefährlicher als für jüngere. Alleinerziehende können sich nicht mit ihrem Partner abwechseln. Die Gehaltsfortzahlung muss laufen, solange die Schulen zu sind. Und bitte auch für alle Selbständigen! 

3. Steuerstundungen

Kleine und mittlere Unternehmen, die gut wirtschaften, können durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise vielleicht ihre Rechnungen nicht mehr zahlen. Ihnen können wir mit Steuerstundungen helfen. Sie zahlen die Steuern nach, wenn die Krise überstanden ist.

4. Arbeitslosengeld erhöhen

Wer gerade keine Arbeit hat, wird in dieser Krisenzeit auch keine finden. Firmen werden aus Vorsicht niemanden einstellen. Gleichzeitig kann es gut sein, dass manche Dinge durch die Krise teurer werden. Wer wenig Geld hat, kann nichts sparen - er gibt jeden Euro aus, um Essen zu kaufen, die Miete zu zahlen, einen Fahrschein zu lösen. Mehr Nachfrage hilft auch der Wirtschaft. Geben wir Arbeitslosen während der Krise mehr Geld, helfen wir nicht nur diesen Menschen durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise - sondern auch der Wirtschaft als Ganzes.

5. Steuerentlastung auch für kleine Einkommen

Genau das schaffen wir auch, wenn wir die Steuerreform vorziehen und umgestalten.  Auch Menschen mit geringem Einkommen sollten ein bisschen mehr im Geldbörsel haben. Derzeit ist das leider nicht der Fall: Gerade das Drittel mit dem kleinsten Einkommen profitiert von den aktuellen Vorschlägen zur Steuerreform überhaupt nicht.

Wirtschaftliche Folgen von Corona auch im Budget berücksichtigen

Demnächst präsentiert der Finanzminister das Budget: Er muss jetzt mutig investieren, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu mildern. Das Nulldefizit war schon vor Corona unklug, aber in der jetzigen Situation ist es gefährlich. Das sagen aktuell auch deutsche Top-Ökonomen.

Wenn wir klug und entschlossen handeln, schaffen wir es halbwegs gut durch die Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen. Wichtig ist, dass wir alle mitnehmen. 

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