Man sieht Barbara Blaha zur Co2 Steuer vor einem Verkehrsschild.

Eine CO2 Steuer muss sozial sein.

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/ 24. September 2021

Was sind diese CO2 Steuern überhaupt? Welche Probleme gibt es mit der CO2 Steuer? Wir haben alle Fragen zur Co2 Steuer für dich einfach erklärt.

Was sind CO2-Steuern und wieso brauchen wir sie?

Um unser Klima und damit vor allem auch uns selbst zu retten, müssen wir es schaffen, die Klimaerhitzung unter 1,5 Grad zu halten. Dazu müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch auf ein minimales Level zurückfahren. Denn je mehr Treibhausgase wir ausstoßen, desto wärmer wird es.

Die Steuer soll klimaschädliches Verhalten teurer machen. Dann lassen wir es eher sein - so die Idee. Durch die CO2-Steuer wird das Autofahren teurer, dadurch fahren wir eher mit dem Zug. Damit diese Steuer überhaupt wirkt, muss sie hoch genug sein. Ist logisch, sonst hab ich ja keinen Grund umzusteigen. Derzeit diskutieren wir eine Steuer, die bei 30-50 Euro pro Tonne CO2 liegt.

Was bedeutet eine CO2-Steuer für uns?

Rechnen wir das kurz durch: Bei einer Steuer von 50 Euro pro Tonne CO2 steigt der Preis für den Liter Benzin um 13 Cent. Der Liter Diesel würde um 15 Cent steigen. Jeder der in den letzten Jahren an der Tankstelle war, weiß: Das liegt innerhalb der üblichen Preisschwankungen, die wir sonst auch haben. 

Ein Durchschnittshaushalt würde mit so einer CO2-Steuer rund 240 Euro pro Jahr mehr zahlen. Das ist nicht nichts, aber für viele wäre das kein Grund, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Die Wirkung der CO2-Steuer wäre damit winzig. Wenn die Steuer bei 150 Euro pro Tonne CO2 liegt, müsste der Durchschnittshaushalt 700 Euro pro Jahr mehr zahlen. Ab dieser Höhe beginnen die meisten nachzudenken, ob sie das Auto nicht doch lieber stehen lassen sollen. 

Welche Probleme treten mit der CO2-Steuer auf?

  • Problem 1: Was mach ich, wenn ich das Auto einfach nicht stehen lassen kann? Weil bei mir im Ort einfach kein Zug, kein Bus fahrt? Wenn ich keine gute Öffi-Anbindung habe, dann muss ich trotz CO2-Steuer mit dem Auto fahren - wurscht wie hoch sie ist.
  • Problem 2: Haushalte mit kleinen Einkommen wird eine CO2-Steuer viel stärker treffen als reiche Haushalte. Je höher die CO2-Steuer, desto höher wäre hier auch die Betroffenheit. Wer im 75.000-Euro-SUV eines deutschen Premiumherstellers unterwegs ist, der ärgert sich zwar auch über den hohen Spritpreis, aber er kann ihn sich halt trotzdem locker leisten. Dabei stoßen die reichsten 10 Prozent der österreichischen Haushalte viermal so viele Treibhausgase aus wie die ärmsten 10 Prozent der Haushalte. Das liegt nicht nur daran, dass Reiche mehr konsumieren als Ärmere. Es geht auch darum, was sie konsumieren: Reichere Haushalte fliegen öfter, sie kaufen mehr Fleisch und wohnen in größeren Wohnungen. Und CO2 Steuer hin oder her: Sie werden sich es sich weiter leisten dem Klima - und damit uns allen zu schaden.

Ja, klimaschädliches Verhalten muss teurer werden. Kurzfristig müssen wir aber Schieflagen vermeiden, indem die Einnahmen aus der CO2-Steuer wieder zurückgeben: An die, die keine Alternative haben, an die, die kein Geld haben. Langfristig müssen wir endlich Alternativen schaffen. Die klimaschonende Variante muss nicht nur die billigere, sondern vor allem die bessere, bequemere werden. 

Was muss das Land beim Einführen einer CO2-Steuer bedenken?

Eine CO2-Steuer mit einem wirksamen Sozialausgleich. Eine Neugestaltung der öffentlichen Räume und des Verkehrs: Kurze Wege durch wiederbelebte Stadt- und Dorfzentren, jede Menge Platz um angst- und gefahrlos zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein, ein stressfreier Weg in die Arbeit mit bequemen öffentlichen Verkehrsmitteln.

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