Foto zeigt eine Luftaufnahme des Amazonas. Waldbrände wüten im Regenwald und erzeuge eine schwarze Rauchsäule.

Der Amazonas brennt weiter - Foto: Bruno Kelly/Amazônia Real/CC2.0 BY

/ 24. August 2020

Das Ökosystem des Amazonas droht zusammenzubrechen. Der oft als "Lunge der Erde" bezeichnete Regenwald ist durch menschliche Rodung und Besiedelung vor Ort und die globale Klimazerstörung schwer angeschlagen.

Eine Erderwärmung bis 2100 um 3 Grad würde 75% des Amazonas-Regenwalds auslöschen. Derzeit befindet sich die Menschheit auf einem noch schlechteren Kurs. Ohne Verhaltensänderung müssen wir bis Ende des Jahrhunderts mit einer Erderwärmung zwischen 3,4 und 3,9 Grad rechnen.

Mit jedem Tag, an dem wir weiterleben wie bisher, sinkt die Chance, die Erwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen. Die wurde im Pariser Klimaabkommen als Ziel ausgegeben und gilt als Obergrenze, um die allerschlimmsten Auswirkungen der Klimakrise zu verhindern.

Schon heute leidet der Amazonas. Nach den katastrophalen Amazonas-Waldbränden im Vorjahr sind in diesem Jahr sogar noch häufiger Feuer ausgebrochen

All das ist in vielerlei Hinsicht ein riesiges Problem. Der Amazonas sichert eine hohe Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen. Zudem ist der Regenwald ein wichtiger Süßwasserspeicher unseres Planeten. Seine Abholzung droht zudem die weltweite Klimakrise zu verschärfen, weil seine Pflanzen ein großer CO2-Speicher unseres Planeten sind. Die Klimakrise tötet den Amazonas, das Sterben des Amazonas zerstört das Klima. Ein Teufelskreislauf.

Nicht zuletzt ist das Gebiet (das eineinhalb mal so groß wie die EU ist) nicht nur wichtig für uns, sondern auch selbst die Heimat vieler Millionen Menschen. Deren Leben und Lebensgrundlagen werden durch diese Entwicklung bedroht.

Die brasilianische Indigenen-Aktivistin Kay Sara hätte heuer die Wiener Festwochen eröffnen sollen. Im Text ihrer veröffentlichten Rede weist sie ebenfalls auf das Amazonas-Problem hin. Und sie weist auf die Verantwortung der Weltgemeinschaft hin, ihn zu retten. Die glänze aber eher durch Desinteresse, sagt Kay Sara: "Das Problem ist nicht, dass ihr nicht wisst, dass unsere Wälder brennen und unsere Völker sterben. Das Problem ist, dass ihr euch an dieses Wissen gewöhnt habt."

Am Freitag findet ein von Wiener "Fridays for Future"-AktivistInnen angestoßener internationaler Protesttag zur Rettung des Amazonas statt. Eine Demo beginnt in Wien um 18:00 am Platz der Menschenrechte.

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