ATX-Unternehmen

Innenhof der Wiener Börse

Thomas Ledl

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/ 4. Juni 2021

Die Zahl der Tochterfirmen der ATX-Unternehmen in Steuersümpfen (“Steueroasen”) hat im Vorjahr zugenommen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Momentum Instituts. 2020 verfügten die Konzerne über zumindest 193 Tochterfirmen, legt man die Steuersumpf-Definition der internationalen NGO Oxfam zugrunde. 2019 waren es 190.

Für Steuervermeidung muss man nicht nach Übersee

“Steuersümpfe gibt es nicht nur in der Karibik, sondern auch in Europa", so der Chefökonom des Mometum Institus Oliver Picek: "Der Schaden für die Allgemeinheit, der durch das Verschieben von Gewinnen in Steuersümpfe entsteht, wird nur für Österreich auf mehr als 700 Mio. Euro geschätzt“.

Auch in Niedrigsteuerländern sind Österreichs große Unternehmen weiterhin aktiv. Österreichs ATX-Konzerne besitzen insgesamt 136 Töchter in Niedrigsteuerländern. Das hat sich trotz Krise nicht geändert, belegen die Geschäftsberichte von 17 der 20 ATX-Unternehmen.

 

Job-Abbau trotz hoher Dividenden-Zahlungen

Während in Österreich Rekordarbeitslosigkeit herrschte, ließen es sich die Börsenunternehmen gut gehen: 16 der 17 Unternehmen haben in den Krisenjahren 2020 oder 2021 Gewinne an AktionärInnen ausgeschüttet. Für das aktuelle Jahr 2021 sind Dividendenzahlungen von über EUR 2,5 Mrd. vorgesehen oder bereits fixiert. Dazu kommen indirekte Ausschüttungen durch Aktienrückkäufe. Für die AnteileignerInnen greift man tief in die Taschen, bei den Angestellten sieht das allerdings anders aus: 12 von 17 der Unternehmen bauten während der Pandemie stellen ab, insgesamt 950 Jobs gingen dabei verloren.

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