Ein Laptop, davor ist eine Hand zu sehen, die an einem iPad hantiert
Aktuell gibt es aufgrund der Corona-Krise mehr Kriminalität im Internet. Also: Vorsicht beim Surfen!
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/ 27. April 2020

Kriminelle versuchen die Corona-Krise für sich zu nutzen. Sie konzentrieren sich vor allem auf Internetbetrug. Wie du einen Betrugsversuch erkennst und dich schützen kannst.

 

In der Corona-Krise zeigen viele Unternehmen Solidarität. Auch der Lebensmittelhandel. Die letzten Wochen erhielten viele Menschen Whatsapp-Nachrichten mit folgendem Inhalt: “Lidl verlost diese Woche kostenlose Lebensmittel im Wert von 250 € an alle, um die Nation zu unterstützen.” Doch tatsächlich sammeln Betrüger durch dieses angebliche Gewinnspiel Daten - denn diese sind im Internet viel wert.

 

Mehr Internetbetrug seit Corona-Krise

Schon seit Jahren sind Einbrüche und Überfälle rückläufig, während die Internet-Kriminalität stetig steigt. Seit der Corona-Krise gibt es eine regelrechte Explosion - schließlich sitzen wir ja alle brav zu Hause und surfen dafür mehr im Netz. Viele Menschen sind erstmals in der Krise auf Online-Einkäufe angewiesen - und somit erweitert sich der Kreis der potenziellen Opfer. Genaue Zahlen bezüglich der steigenden Internet-Kriminalität seit Corona kann das Bundeskriminalamt noch nicht nennen - dafür ist der Erhebungszeitraum noch zu kurz. Doch überall auf der Welt gibt es mehr digitale Verbrechen: In der Vereinigten Staaten hat das FBI gemeldet, dass derzeit täglich rund 3.000 bis 4.000 Beschwerden wegen Internet-Betrugs eingehen. Vor der Corona-Krise waren es durchschnittlich 1.000 täglich.

 

Alte Tricks mit neuem Corona-Etikett

Andre Wolf vom Mimikama-Verein, der zur Aufklärung von Internetmissbrauch arbeitet, beobachtet auch, dass Betrüger die COVID19-Pandemie für ihre Interessen benutzen wollen: “Es handelt sich aber meist um altbekannte Tricks und Versuche, die jetzt eben mit dem Corona-Etikett versehen wurden.”

 

Wir fassen die gängigsten Betrugsmaschen im Internet zusammen und zeigen dir, wie du sie erkennst und dich schützen kannst:

 

  • Fake-Gewinnspiele: Wie bereits erwähnt, kursieren derzeit viele Gewinnspiele, die sich irgendwie auf Corona beziehen. Wenn diese auf Seiten führen, die kein Impressum aufweisen, heißt es Vorsicht. Hier gibt es von Mimikama eine Liste von aktuellen Fake-Gewinnspielen. Oft geht es hier um Likes und um die Interaktion auf der Seite zu erhöhen, oder einfach um Daten. Wer hier mitmacht, bekommt keinesfalls einen Gewinn, sondern wird später mit weiteren Spam-Mails und Werbung zugemüllt.

 

  • Fake-Webshops: Auch die Internet-Betrüger haben die Nachfrage an Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Schutzkleidung ausgenutzt. Doch wer in Fake-Webshops bestellt, bekommt oft nichts für sein Geld, oder mangelhafte Ware. Da wir derzeit wegen der Corona-Krise verstärkt online shoppen, gibt es auch immer mehr raffiniert gebaute Web-Shops, die oft nur schwer auszumachen sind. Facebook überprüft zwar Werbungen und hat selbst großes Interesse, unseriöse Anbieter auszuschalten, aber oft fliegen Betrüger erst auf, wenn bereits etliche Menschen von Schadensfällen berichten. Grundsätzlich gilt: Webshops mit seltsamer Domain, keinem Impressum und extrem günstigen Angeboten oder Rabatten meiden. Bei Shops, die auf den ersten Blick völlig seriös aussehen, unbedingt skeptisch werden, wenn nur die Zahlungsoptionen der Vorauskasse oder Sofortüberweisung funktionieren oder gar keine anderen Möglichkeiten angeboten werden. Geld, dass du per Banküberweisung oder Bargeldtransferdienst überweist, ist im Betrugsfall ziemlich sicher weg und wird auch nicht ersetzt. Hier gibt es eine Liste mit Fake-Webshops.

 

  • Abo-Fallen: Du machst während der Corona-Zeit brav zu Hause im Wohnzimmer Yoga und plötzlich bekommst du auf wundersame Weise Werbung für Sportbekleidung in deine Timeline gespült? Vorsicht! Webshops wie Fabletics ködern mit Angeboten wie “Zwei Yoga-Leggins zum Preis von nur 24 Euro!”. Doch wer dieses Angebot annimmt, schließt meist ahnungslos ein Abo ab. Denn mit dem Angebot ist man eine VIP-Mitgliedschaft eingegangen und soll monatlich um mindestens 49,95 Euro in dem Shop bestellen. Bist du in die Fabletics-Abofalle getappt, so gibt es hier eine  Anleitung, wie du nun vorgehen sollst.

 

  • Gehackte Profile: Bekommst du plötzlich Nachrichten von Freunden oder Bekannten via Facebook oder WhatsApp, die sich angeblich in Not befinden oder irgendwo wegen den aktuellen Reisebeschränkungen festsitzen und deshalb dringend Geld von dir brauchen, so wurde deren Profil mit ziemlicher Sicherheit gehackt. Manche Betrüger bauen auch mit geklauten Fotos Accounts von Personen auf Facebook nach - erhältst du eine Freundschaftsanfrage von jemandem, mit dem du bereits befreundet bist, dann sei skeptisch. Es kann auch sein, dass du einen Code via SMS bekommst und dein angeblicher Freund oder Bekannter dich bittet, ihm oder ihr diesen Code weiterzuleiten. Tue das nicht! Denn das ist ein Bezahl-Code, der zu einem Online-Zahlservice gehört. Der Betrüger kann dann mit diesem und deiner Handynummer Geld von dir stehlen - das fällt dir spätestens mit der nächsten Handyrechnung auf.

 

 

  • Gefälschte Mails: So genannte Phishing-Mails werden derzeit verstärkt verschickt. Gerne werden Mails im Namen einer Bank versendet. Zum Beispiel behaupten die Kriminellen dann, dass sämtliche Filialen aufgrund des COVID19-Erregers nun geschlossen sind, die Kunden sollen sich mit ihren Adressen, Telefonnummern und Mailadressen registrieren oder sich mit ihren Bankdaten für Online-Dienste einloggen. Oft wird auch behauptet, die Daten müssen einfach nur überprüft werden. Doch die Links in den Mails verweisen auf eine gefälschte Seite! Alle Daten, die hier angegeben werden, landen direkt bei den Betrügern. Es gibt viele verschiedene Arten von Phishing-Mails: Fake-Umfragen, Zahlungsaufforderungen, derzeit werden auch Fake-Mails von angeblichen Post- oder Botendiensten verschickt. Um den Lieferstatus eines Paketes sehen zu können, sollen wir dann unsere Daten eingeben. Oder es wird gar zur Zahlungsaufforderung angeblich ausstehender Lieferdienste aufgerufen!  Manche Phishing-Mails sind tatsächlich sehr raffiniert aufgesetzt, grundsätzlich gilt: Niemals sensible Daten per Mail verschicken und keinen Aufforderungen nachkommen, diese auf irgendwelchen Online-Seiten einzugeben.



Wenn du Opfer von Internet-Betrug geworden bist, so wende dich an den Internet-Ombudsmann oder die Arbeiterkammer. Auf watchlist-internet.at finden sich sämtliche Erklärvideos, wie Internet-Betrug funktioniert, man sich präventiv schützen kann - und hier kann auch jeder selbst Betrug melden. Auch das Bundeskriminalamt hat eine Liste der gängigsten Internet-Betrugsdelikte erstellt.

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