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Gesundheit

Die Sache mit den Verhütungskosten

Die Sache mit den Verhütungskosten
Rote, gelbe und ein blaues Kondom (c) Anna Shvets
Nicht schwanger werden ist teuer. Vor allem in Österreich. Und das, obwohl Familienplanung seit über 50 Jahren international als Menschenrecht anerkannt ist. Die Grünen fordern nun, dass Verhütungsmittel steuerlich begünstigt werden. Einige europäischen Länder stellen Pille, Spirale und Co bereits gratis zur Verfügung. Ein Überblick.

Die “Verhütungsrevolution”, wie Präsident Macron sie nennt, nimmt in Frankreich Fahrt auf. Seit 1. Januar. 2023 erhalten Menschen im Alter von 18 und 26 Jahren Kondome gratis in der Apotheke. Schon davor waren Verhütungsmittel für Frauen bis zum Alter von 18 Jahre kostenlos zugänglich. Dieses Angebot wurde 2022 für Frauen bis zum 25. Lebensjahr  ausgeweitet. Auch Mädchen unter 15 Jahren können die Antibabypille in Frankreich kostenlos erhalten. Im Schnitt wurden dort davor jährlich 1000 Mädchen zwischen zwölf und vierzehn Jahren schwanger. 

Auch in Italien ist die Antibabypille seit 2022 für Frauen unter 25 Jahren kostenlos erhältlich. Wie in Frankreich ist das für Minderjährige schon länger der Fall. Zuletzt kündigte die italienische Arzneimittelbehörde an, die Pille für Frauen jeder Altersgruppe kostenlos zugänglich zu machen. Grundsätzlich sind hormonelle Verhütungsmittel in Italien rezeptfrei erhältlich. Auch in Deutschland ist es möglich, sich die Kosten für die Antibabypille von der Krankenkasse zurückerstatten zu lassen. Allerdings nur bis zum Alter von 22 Jahren. Einige Parteien fordern, dass auch in Deutschland die Kostenübernahme durch die Krankenkassen über das 22. Lebensjahr hinausgeht. 

Vorbild Luxemburg  

Belgien ging bereits 2020 einen Schritt weiter. Dort ist es möglich, die Rechnung für alle Verhütungsmittel bei der Krankenkasse einzureichen und den vollen Betrag zurückerstattet zu bekommen. Allerdings auch nur für Frauen bis zum Alter von 25 Jahren. Ausgenommen sind auch Kondome. Auch in Schweden gibt es die Antibabypille bis zum 25. Lebensjahr gratis, in Finnland bis zum 24. Lebensjahr. In den Niederlanden liegt die Altersgrenze für die kostenlose Pille bei 21 Jahren. 

In Griechenland, Portugal, Slowenien, Großbritannien und Spanien, ist die Antibabypille für Frauen jeden Alters kostenfrei erhältlich oder wird von den Sozialkassen bezahlt. In Spanien ist auch die “Pille danach” gratis. 

Eine Vorreiterposition nimmt auch Luxemburg ein. Die Antibabypille, Verhütungsring, Spirale und die “Pille danach” sind dort kostenlos zugänglich. Seit 2023 werden auch die Kosten für Sterilisationen für beide Geschlechter übernommen. 

Österreich hinkt hinterher

Die Altersgrenze der Kostenübernahme wird häufig damit begründet, dass ältere Frauen in der Regel ein höheres Einkommen haben. Von kostenlosen Verhütungsmittel kann man in Österreich bis dato nur träumen. Die Grünen haben mit ihrer Forderung nach einer Steuersenkung bei einigen Verhütungsmittel den Stein jedoch ins Rollen gebracht. Wie die SPÖ sprechen sie sich grundsätzlich sogar für einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln aus. Die Neos wollen eine Kostenübernahme bis zum 18. Lebensjahr. Seit Mai 2023 wird eine Studie durchgeführt, die die Umsetzbarkeit von gratis Verhütungsmitteln bei Mädchen und jungen Frauen untersucht. Die Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet und sollen als Basis für weiterführende Gespräche dienen. 

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