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Ungleichheit

Dr.in Jill Biden: First Lady ist nicht ihre Identität, sondern ein Nebenjob

Dr.in Jill Biden: First Lady ist nicht ihre Identität, sondern ein Nebenjob
Ein Hoch auf Geschlechterklischees: Die First Lady der USA transportiert seit jeher das Rollenbild der traditionellen Ehefrau. Sie sieht hübsch aus, stellt ihre eigenen Interessen hinter die ihres Mannes und verbringt ihre Zeit damit, Mr. President lächelnd den Rücken zu stärken. Nicht so Dr.in Jill Biden: Die Professorin behält ihren Lehrstuhl am Northern Virginia Community College. Das Amt der First Lady ist ihr Nebenjob.
Vor allem konservativen Männern stößt das sauer auf. So schreibt das Wall Street Journal: “Gibt es eine Chance, dass Sie den Doktor-Titel vor Ihrem Namen weglassen? Dr. Jill Biden hört und fühlt sich betrügerisch an.” Und: “Vergessen Sie den kleinen Nervenkitzel, sich Doktor Jill Biden zu nennen. Machen Sie sich bereit für den großen Nervenkitzel, die nächsten vier Jahre als First Lady im Weißen Haus zu leben.”
 
Dr.in Jill Biden, Professorin und First Lady der USA

Dr.in Jill Biden lässt sich davon nicht verunsichern. Sie pariert auf Twitter: “Gemeinsam werden wir eine Welt schaffen, die die Leistungen unserer Töchter feiert und nicht schmälert.” Jill Biden ist Englischdozentin und Pädagogin. Sie hat zwei Master-Abschlüsse und einen Doktortitel. Auch wenn sie jetzt die First Lady Amerikas ist, verfolgt sie ihren eigenen Weg. “Sie wird nicht bei der Tür hereinkommen und fragen: Wie ist meine neue Identität als First Lady?”, sagt Shalaigh Murray, ehemalige Beraterin von Barack Obama und Joe Biden.

Frauen als brave Anhängsel erfolgreicher Männer: Ein Bild, das konservative Kreise gern verherrlichen und bewerben. Dafür werden Frauen in ihren Fähigkeiten und Leistungen kleingeredet, sie werden auf ihre Beziehung zu Männern oder auf ihre Mutterschaft reduziert. Auch das Rollenbild der First Lady drängt Frauen oft in die kindlich anmutende Rolle des gehorsamen, stimmlosen Mädchens zurück. Die First Ladies der letzten Jahrzehnte haben sich diesem Rollenbild auf ihre eigene Weise widersetzt. Man denke nur an Michelle Obama oder Hillary Clinton – und auch Melania Trump hat sich nicht immer an die typische Inszenierung gehalten. Gleichzeitig waren sie darin gefangen. Damit muss Schluss sein, sagt Dr.in Jill Biden – und versucht, es auch vorzuleben.

 

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