Morgenmoment
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/ 8. Januar 2021

Guten Morgen!

Hoffnung für den Verkehr und die Meere und eine Sendepause für Neoliberale. Dein Morgenmoment kommt heute von Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Unsere Autos sind ein Problem. Für unser Klima und unsere Städte. Verkehrsprobleme und Ressourcenknappheit werden sich auch mit Elektroautos nicht verabschieden. Es stimmt aber auch: Bus, Zug, U-Bahn und Bim können nicht dauernd in jede Ecke einer Stadt oder gar überallhin am Land fahren. Aber es gibt Hoffnung: Ein neu entdecktes öffentliches Verkehrsmittel könnte zur Lösung vieler Probleme beitragen: das Auto könnte viele Autos unnötig machen. (Das ist kein Fehler, einfach klicken.)

#2 Grafik des Tages

ForscherInnen der TU München haben untersucht, ob sich der Einfluss auf das Klima von Tierprodukten aus biologischer und konventioneller Erzeugung unterscheidet. Das Ergebnis hat sie überrascht: nicht wirklich. Die Umweltkosten sind ungefähr gleich hoch - und weder die HerstellerInnen noch die KonsumentInnen bezahlen ihn. Denn Klimaschäden bezahlt die Allgemeinheit und sie wachsen. Ein Kilo Rindfleisch müsste 6 Euro teurer sein, um diese Schäden abzubilden, sagen die ForscherInnen. Das heißt jetzt übrigens nicht, dass es nicht besser ist, zu Biofleisch zu greifen. Bioprodukte sind besser für die Tiere und die Umwelt und haben oft auch weniger schädliche Stoffe. Nur die Klimakrise löst man damit eben nicht. Da hilft nur: weniger Tierprodukte und stattdessen mehr pflanzliche Erzeugnisse zu essen.

#3 Spin des Tages

"Die Neoliberalen haben jetzt Sendepause", hat der grüne Vizekanzler Werner Kogler kürzlich im ORF-Interview gesagt. Er wurde gefragt, ob man wegen der Krisenkosten über Sparpakete nachdenken müsse. Kogler erwiderte, eine neoliberale Sparpolitik führe gerade jetzt in eine Abwärtsspirale ohne Rückkehr. So weit, so logisch. Neoliberale KommentatorInnen wie den ÖVP-nahen Kommunikationsberater Daniel Kapp oder NEOS-Abgeordneten Sepp Schellhorn triggerte das aber hart. Die privaten Pharmakonzerne - scheinbar der Inbegriff des Neoliberalismus - würden uns gerade mit der schnell entwickelten Impfung retten, behaupten sie. Der Markt rette uns, der Staat versage beim Impfen.

Aber natürlich ist die Entwicklung der Corona-Impfungen kein Paradebeispiel für neoliberale Großartigkeit. Über 7 Milliarden Euro bei der Entwicklung von Impfungen haben nämlich keine Privatleute und Konzerne, sondern Staaten investiert. Manche Stoffe haben sie damit sogar fast vollständig finanziert (etwa den neuesten zugelassenen von Moderna). Und das staatliche Geld kam oft gerade ganz am Anfang, als private Investoren die Lust am Lebenretten noch fehlte. Von der staatlich finanzierten Grundlagenforschung oder den staatlichen Garantien, Milliarden Impfdosen zu kaufen, redet man da noch gar nicht.

Es stimmt schon. Ohne diese privaten Unternehmen gäbe es die Impfung heute vielleicht wirklich noch nicht. Es gibt keinen Grund, diese Leistung kleinzureden. Aber neoliberale Propaganda sollte man daraus auch nicht spinnen, denn ohne staatliche Finanzierung gäbe es sie auch noch nicht. Und wenn es sie gäbe, könnten die meisten von uns sie nicht bezahlen. Und gegen Krankheiten, die vor allem Menschen in armen Weltregionen betreffen, will sich irgendwie oft nur nach Jahrzehnten und manchmal so gar kein neoliberales Wunder entwickeln. Auch die Corona-Impfung für Menschen in armen Weltregionen ist noch in weiter Ferne.

#4 Zahl des Tages

Es ist ein Rekord, aber kein Grund zum Feiern. Noch nie haben in Österreich mehr Menschen schon länger als ein Jahr nach Arbeit gesucht, als im Dezember 2020. Mehr als 171.000 Menschen waren betroffen - vor allem bei 25- bis 44-jährigen Langzeitarbeitslosen gab es einen starken Zuwachs (+31%). Die Coronakrise ist da natürlich ein wichtiger Faktor, aber die Politik kann trotzdem etwas tun. Das Momentum Institut hat Empfehlungen für die Regierung ausgearbeitet. Die Vorschläge in aller Kürze: ein auf Langzeitarbeitslose abgestimmtes, öffentliches Beschäftigungsprogramm, ein neues Konjunkturpaket und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes.

#5 Besser geht doch

Die Weltmeere sind in Gefahr. Unsere Fischindustrie räumt sie leer und rottet ganze Arten aus. Die Erderhitzung treibt die Wassertemperaturen hoch, zerstört Lebensräume und verursacht heftige Wetterveränderungen. Die Gefahr einer Katastrophe für die Tier- und Pflanzenwelt und für uns Menschen ist riesig. Aber wir steuern nicht hilflos darauf zu, denn es gibt ziemlich leicht verständliche Lösungsvorschläge: Schutzzonen. Politisch tut sich langsam was. Das "Ocean Panel", ein Verbund aus bereits 14 Ländern verpflichtete sich kürzlich zu einem nachhaltigen Bewirtschaften ihrer nationalen Gewässer, die gemeinsam so groß wie der Kontinent Afrika sind. Und ihr Ziel ist, dass sich andere anschließen. Bis 2030 soll fast ein Drittel aller Weltmeere unter Schutz stehen.

Die schlechte Nachricht: In drei Tagen ist wieder Montag.

Die zwei guten Nachrichten: dann kommt ein neuer Morgenmoment - und davor kommt das komplette Wochenende.

Habs gut!

Tom

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