Corona-Impfung: Eine Weltkugel mit einer Maske auf. Gegen Corona werden sich nicht alle Länder gleich gut impfen können.

Die Corona-Impfung wird es nicht in allen Ländern gleich schnell geben.

Foto: Anna Shvets/Pexels

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/ 16. Dezember 2020

In Kanada, in Großbritannien und in den USA wird bereits gegen Corona geimpft. Die Corona-Impfung von Pfizer/Biontech (mehr über Corona-Impfungen hier) wurde dort bereits zugelassen - teilweise im Notverfahren - in der Europäischen Union arbeitet die Europäische Arzneimittelbehörde noch an der regulären Zulassung. Eine Entscheidung soll am 21. Dezember fallen. Bis dahin sollte die Sicherheit der Impfung abgeklärt sein (mehr dazu, was du über Berichte zu Nebenwirkungen wirklich wissen solltest, hier).

Die österreichische Regierung rechnet mit einem Impfbeginn im Jänner. Danach wird sich die Verteilung der Impfung über Monate ziehen. Zuerst kommen Risikogruppen dran, die sonstige Bevölkerung erst später. Viele werden die Impfung also herbeisehnen, aber trotzdem warten müssen, bis sie an der Reihe sind.

Andere wiederum sind der Impfung gegenüber sehr kritisch. Trotz der vielen Todesfälle durch COVID-19, dem am Anschlag arbeitenden Gesundheitssystem, den wirtschaftlichen Schäden, sozialen Folgen und persönlichen Opfern der Pandemie, ist derzeit nur ein Drittel bereit, sich impfen zu lassen.

Corona-Impfung: Reiche vor

Unterdessen haben viele Menschen auf der restlichen Welt gar keine Aussicht auf eine rasche Befreiung vor der Pandemie. Das zeigt diese Karte von The Economist, die wir für dich ins Deutsche übersetzt haben.

Einerseits ist die Verteilung der Impfung eine logistische Herausforderung, die nicht überall so reibungslos gemeistert werden kann, wie das etwa in den gut ausgebauten Sozialstaaten Europas und modernen Gesundheitssystem der Industriestaaten zu erwarten ist.

Ein viel größeres Problem ist ein anderes. Während sich reiche Industriestaaten hunderte Millionen an teuren Corona-Impfdosen gesichert haben, sind viele ärmere Länder der Welt nicht dazu in der Lage, mit ihren finanziellen Möglichkeiten mitzuhalten. Kanada wird als Spitzenreiter im Jahr 2021 in der Lage sein, die gesamte Bevölkerung fünf bis sechsmal durchzuimpfen, zeigen auch Daten der New York Times. Die Europäische Union als Ganzes dürfte im kommenden Jahr die komplette Bevölkerung 2,5 Mal durchimpfen können.

Ärmere Länder haben nicht genügend Corona-Impfdosen

Schwellenländer wie Brasilien, Indien und Indonesien haben derzeit noch zu wenig zugesagte Dosen für die komplette Bevölkerung. Entwicklungsländer haben nicht einmal ansatzweise die Chance, eine Herdenimmunität zu erreichen. Die Pandemie wird sie also noch Jahre begleiten (und das Virus könnte von dort weg auch immer wieder andere Regionen der Welt erreichen).

Der Grund für diese Ungerechtigkeit: Die Preise für die Impfungen sind für diese Länder zu hoch. Und billigere Impfungen werden noch länger bis zur Zulassung brauchen. Da ist besonders die britische Impfung von AstraZeneca und der Universität Oxford eine große Hoffnung.

"Keine Patente in Pandemiezeiten"

Auch billigere Nachproduktionen der teuren und zeitlich näheren Corona-Impfungen - wie es sie bei anderen Medikamenten gibt - sind nicht in Sicht. Nicht die technischen Möglichkeiten, sondern die internationalen Patentrechte stehen dem im Weg. Solche Rechte gibt es einerseits zum Schutz geistigen Eigentums. Sie sollen garantieren, dass die (teure) Entwicklung von wichtigen Dingen wie Impfstoffen oder Medikamenten sich für die Konzerne auch lohnt.

Diese sind aber sowohl in der Pandemie als auch in anderen Fällen oft mit massiven staatlichen Unterstützungen entwickelt worden. Und diese Rechte schützen nicht nur finanzielle Interessen, sondern verhindern Nachbildungen und Wettbewerb. So ist der Zugang zu diesen Entwicklungen nicht so breit, wie es eigentlich möglich wäre.

Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen fordern deshalb in der Kampagne "Keine Patente in Pandemiezeiten", diese geistigen Eigentumsrechte auszusetzen, solange die Pandemie tobt. Das würde die Herstellung solcher "Generika" ermöglichen, Impfungen damit billiger machen und auch sicherstellen, dass weltweit alle Produktionsmittel eingesetzt werden, um so schnell wie möglich so viele Impfdosen wie möglich herstellen zu können. Etwa 100 Staaten haben sich auf der Ebene der Welthandelsorganisation dem Aufruf angeschlossen. Die mächtigen Industriestaaten - und die Pharmakonzerne - stehen dem aber entgegen.

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