Morgenmoment
/ 25. Januar 2023

Guten Morgen!

Wer das nächste Mal in die Chips-Tüte greift, könnte einen Chitin-Panzer zwischen die Beißer bekommen. Eine Lösung? Das und mehr im aktuellen Morgenmoment von Anna-Maria Hirschhuber 

#1 Möchtest du das teilen?

Wer Politiker:in werden will, der muss auch wie eine:r sprechen können. Natascha Strobl erklärt, wie Politiker:innen geschickt das "wir" einsetzen, wenn es um schlechte Nachrichten geht. 

#2 Hast du das gesehen?

Um die Klimakrise zu bewältigen, muss die Welt und damit auch Österreich viel CO2 einsparen. Eine einfache Methode dafür wäre, das Tempolimit zu reduzieren. 

#3 Der Reihe nach

Ab heute dürfen Hausgrillen in der EU in Lebensmitteln verwendet und als solche verkauft werden. Die Chance, unabsichtlich auf einen Chitin-Panzer zu beißen, ist aber sehr gering. Denn die Insekten unterliegen einer strengen Kennzeichnungspflicht: Artenname und Verarbeitungsform müssen in den jeweiligen Produktinformationen angegeben werden. Das Vermarktungsrecht für teilweise entfettetes Hausgrillen-Pulver hat derzeit die vietnamesische Firma Cricket One. Diese hat auch den Zulassungs-Antrag für Hausgrillen in Brüssel gestellt.

Die Insekten gelten als Superfood. Sie liefern enorm viele Ballaststoffe sowie jede Menge Eiweiß und Fett. Dabei brauchen sie zwölfmal weniger Futter als Rinder, um die gleiche Menge an Proteinen zu produzieren. Die Tiere sind aber als Nahrungsmittel nicht unumstritten. Für die Produktion benötigt man ebenfalls Futtermittel und Flächen, wenn auch in einem viel geringeren Ausmaß als bei der herkömmlichen Fleischindustrie.

Einen wirklichen Unterschied in der Umweltbilanz würde der Verzicht auf Fleisch machen. Die Fleischindustrie verursacht nämlich 43 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgas-Emissionen, obwohl Fleisch nur 9 Prozent der weltweiten Ernährung ausmacht. Hülsenfrüchte sind eine günstigere Protein-Alternative zu Fleisch und Grillenpulver, die (nicht nur) Vegetarier:innen und Veganer:innen nutzen können.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

 

Bei den Treibhausgasemissionen ist es fast wieder so, als hätte es die pandemiebedingten Lockdowns nie gegeben. 2021 wurden in Österreich laut Umweltbundesamt insgesamt 77,5 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, um 4,9 Prozent mehr als 2020. Die vergleichsweise niedrigen Emissionen von 2020 können durch die Lockdowns erklärt werden. 

Gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 gab es 2021 nämlich nur eine kleine Verbesserung: 1,9 Millionen Tonnen CO2 konnten eingespart werden. Allerdings gab es 2021 immer noch kurze Lockdowns.

Die Emissionen von 2021 sind für Umweltorganisationen besorgniserregend. So sei laut Greenpeace Österreich noch weit davon entfernt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Sie fordern die Umsetzung des Klimaschutzgesetzes sowie einen ambitionierten nationalen Energie- und Klimaplan. Für 2022 geht das Umweltbundesamt aber immerhin von einem CO2-Rückgang um 5 Prozent gegenüber 2021 aus - auch hier haben eher hohe Energiekosten und Knappheit durch den Ukraine-Krieg als nachhaltige Verbesserungen eine große Rolle gespielt.

#5 Besser geht doch

Erfolg für den Tierschutz in den USA. Neue Medikamente müssen dort nicht mehr zwingend an Tieren getestet werden, bevor menschliche Proband:innen sie für weiterführende Testrunden bekommen.

In der EU ist man noch nicht so weit: Die europäische Arzneimittelbehörde will neuartige Methoden erst auf ihre Verlässlichkeit und Wirksamkeit prüfen, bevor sie das Muss für Tierversuche abschafft. Um diesen Prozess zu beschleunigen, wurde letztes Jahr eine eigene Arbeitsgruppe dafür eingerichtet. 2019 starben in Europas Laboren fast 12 Millionen Tiere. 

In den USA können nun menschliche Miniorgane, Multiorganchips oder computerbasierte Verfahren anstatt der Tierversuche genutzt werden. Diese seien laut dem Verein "Ärzte gegen Tierversuch" teilweise sogar genauer als Tierversuche.

Einen schönen Mittwoch

Anna 

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