Morgenmoment
/ 22. Februar 2022

Guten Morgen!

Es ist leicht, die Augen zu verschließen. Aber die Wahrheit kommt (meistens) ans Licht. Dein Morgenmoment kommt heute von Lisa Wölfl

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#1 Möchtest du das teilen?

Alex Jürgen wurde mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren. Doch die Gesellschaft wollte ein klares Bekenntnis: Mann oder Frau? Alex ist weder noch. "Den Freiraum, so zu sein, wie ich bin, den gab es in der Berufswelt für mich nicht." In der Arbeit war Alex dadurch immer Außenseiter:in. Wie das war, erzählt Alex hier.

#2 Zahl des Tages

Wir Menschen finanzieren unsere eigene Auslöschung. Ganze 1,6 Billionen (also 1.600.000.000.000) Euro gehen im Jahr an Unternehmen und Industrien, die dem Klima schaden. Das zeigt eine neue Studie.

Die Staaten finanzieren damit praktisch die Erderhitzung und die Verschmutzung der Umwelt. Die Subventionen stehen im krassen Gegensatz zu den erklärten Zielen des Pariser Klimaabkommens.

Die Studienautor:innen plädieren für ein rasches Umdenken. Der Großteil des Geldes sollte umweltfreundliche und nachhaltige Industrien fördern.

#3 Hast du das gesehen?

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) verglich in der ZiB2 die Situation in der Ukraine mit der Situation Österreichs 1938: "Wir haben doch 1938 am eigenen Leib erlebt, wie es ist, wenn man allein gelassen wird."

Schallenberg bedient damit den "Opfermythos", den das offizielle Österreich viele Jahre lang gepflegt hat: Österreich, so die offizielle Lesart, war das erste Opfer der nationalsozialistischen Aggressionspolitik. Diese "Lebenslüge" der Republik Österreich wurde konsequent beibehalten und sorgte dafür, dass die NS-Zeit bis in die frühen 1990er Jahre kaum aufgearbeitet wurde.

Die Erzählung begann erst mit der Waldheim-Affäre zu bröckeln. Erst 1991 gestand der damalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky eine Beteiligung Österreichs an den NS-Verbrechen ein und bat als erster offizieller Vertreter der Republik um Entschuldigung.

Der Außenminister betonte nun, dass es sich um ein "Missverständnis" handele: Er wolle nicht den Opfermythos bedienen, sondern auf die historische Tatsache verweisen, dass einzig Mexiko gegen den Anschluss Österreichs schriftlich protestiert hatte.

#4 Black History Month

Blackfacing steht in einer rassistischen Tradition. Am Anfang des 19. Jahrhunderts kamen in den USA "Minstrel Shows" auf. Dort schminkten sich Weiße mit schwarzer Farbe, setzten Perücken auf und parodierten mit rassistischen Stereotypen Schwarze Menschen.

Auch noch viel später spielten Weiße Menschen Schwarze, etwa im Fernsehen oder im Theater. In Österreich wird in verschiedenen Zusammenhängen Blackfacing betrieben. Zum Beispiel bei der Darstellung der heiligen drei Könige. Weiße Kinder, die Melchior spielen, werden auch heute noch schwarz bemalt.

Zwar geht es dabei nicht wie bei "Minstrel Shows" darum, rassistische Vorurteile zu bestärken oder sich über Schwarze Menschen lustig zu machen. Doch Schwarze Menschen sind auch hier immer noch von Rassismus betroffen. Die rassistische Geschichte des Blackfacings lässt sich nicht einfach aushebeln, wenn die Intention eine andere ist.

Hier findest du alle unsere Inhalte zum Black History Month.

#5 Nachrichten erklärt

Das Schweizer Bankengeheimnis ist stark. So stark, dass Schweizer Medien nicht über den Riesenskandal berichten können, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Vor rund einem Jahr gelangten interne Dokumente der Schweizer Großbank Credit Suisse an die Süddeutsche Zeitung. In Zusammenarbeit mit Dutzenden weiteren Medien recherchierte sie die Verbindungen der Bank zu Autokrat:innen, Geldwäscher:innen und Menschenhändler:innen.

Die Informationen beziehen sich auf über 18.000 Konten. Viele davon sind heute noch aktiv. Der Verdacht besteht, dass die Bank ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist. Staatschef:innen, Minister:innen, Geheimdienstler:innen und Unternehmer:innen mit fragwürdigen Geschäftspraktiken müsste sie streng prüfen.

Laut SZ konnten Kriminelle auch dann noch Konten eröffnen, wenn die Bank längst hätte wissen müssen, um wen es sich handelt. Dabei ist es Banken nach Schweizer Recht verboten, Geld anzunehmen, das aus Verbrechen oder Steuervergehen stammt.

Die Credit Suisse wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals dafür gerügt, nicht genug gegen Geldwäsche zu machen.

Die Bank weist alles zurück. Auf die konkreten Vorwürfe antwortet sie aber nicht - das sei vertraulich.

Ausführliche Berichte zu dem Skandal findest du auf der Website der Süddeutschen Zeitung.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!

Lisa

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