Hochsteuerland Österreich: Wer trägt wirklich die größte Steuerlast? Man sieht Barbara Blaha vor dem Moment Mal Sujet. Sie trägt einen roten Pullover und hält einen Rechenschieber in der Hand.
/ 6. Mai 2022

Wir leben im absoluten Hochsteuerland! Wer trägt wirklich die größte Steuerlast? Wir alle zahlen soviel Steuern, das glaubt man nicht. Aber wirklich alle? Barbara Blaha sagt: Moment mal!

Eigentlich sollte es ja so sein: Wer mehr hat, kann auch mehr beitragen. Wer wenig hat, der braucht echt jeden Euro, der soll keine oder nur ganz wenig Steuern zahlen. Hört sich fair an - in der Theorie.

Praktisch schaut das anders aus: In Österreich ist das Einkommen, das wir mit Arbeit verdienen, sehr hoch besteuern. Aber Einkommen aus Vermögen, Aktien, Vermietungen, usw. viel niedriger besteuert. Das heißt im Klarheit: Wer jeden Tag arbeiten gehen muss, um zu überleben, wer jeden Tag in der Backstube, im Krankenhaus, in der Schule steht, der trägt VIEL bei. Und wer nichts tun muss, und nur “sein Geld” für sich arbeiten lässt, trägt WENIG bei.

Ok. Wer hackeln oder was einkaufen geht, zahlt also Steuern.  Wie genau und wie viel genau? Schauen wir uns das mal im Detail an.

Nehmen wir 100 Steuer-Euros: 80 von diesen 100 kommen von uns: Jeder 5. Euro kommt von unserer Lohn- und Einkommensteuer. Wir zahlen Mehrwertsteuer für jedes Wurschtsemmerl, das wir uns kaufen.

Hochsteuerland: Nicht für Vermögende?

6 von diesen 100 Euro zahlen die Unternehmen, weil wir ihre Gewinne besteuern. Und was ist mit dem Vermögen? Lächerliche 3 von den 100 kommt aus der Besteuerung von Vermögen. Die restlichen Netsch stammen aus sonstigen Erträgen etwa den Kommunalsteuern, Hundesteuer und so weiter.

Also noch mal zum Mitschreiben: Gerade mal 9 von 100 Steuer-Euros von Vermögens- oder Unternehmensgewinnen.

Und weil es schon so wenig ist, ist schon wurscht, können wir diese Steuern auch noch weiter senken: Die Gewinne von Unternehmen haben wir vor ein paar Jahren noch mit 34 Prozent besteuert, heute nur mehr mit 25 Prozent, ab kommenden dann nur mehr mit 24 Prozent, ab 2024 nehmen wir nur noch 23 Prozent.

Damit schenken wir im Jahr fast eine Milliarde her. Übrigens ein Geschenk, das zu fast 90 Prozent auf den Haushaltskonten der reichsten 10 Prozent landet. Denen gehören die Unternehmen nämlich. 

Entlastung für den Faktor Arbeit

Aber sagen nicht alle die ganze Zeit, man muss “den Faktor Arbeit” entlasten? Ja, da muss man genau hinschauen: Wenn wir Steuern senken, dann ist weniger Geld in der Staatskassa. Dieses Geld fehlt unseren Krankenhäusern, Pflegekräften, Schulen, unserer Polizei und unseren Universitäten, Abwasserkanälen, unserer Strom-, Heiz- und Trinkwasserversorgung, unseren Schienen und Straßen und unserem Sozialstaat.

Dann haben wir 2 Möglichkeiten: Wir lassen Vermögen und Gewinne weiterhin unangetastet, und kürzen den Sozialstaat zusammen.
Oder: Wir balancieren die Steuersenkung auf Arbeit mit einer Steuererhöhung bei Vermögen, Erbschaften und Gewinnen wieder aus.

Würde man diese Steuern erhöhen, könnten wir den Beitrag von Vermögen und Kapital von 9 Euro auf 15 Euro erhöhen. Dann wären unsere Steuern nicht mehr so hoch. Und für ein paar wenige nicht länger viel zu niedrig.

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