Ich bin auf einen Fake-Shop hereingefallen. Lisa Wölfls Kolumne Drehmoment. Im Hintergrund sind Angebot von Fjallraven Rucksäcken zu sehen.
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/ 28. September 2020

Anfang April war plötzlich alles zu und ich viel alleine zu Hause - also vor dem Bildschirm. Kurz nach dem Lockdown bin ich dank Facebook auf ein richtiges Schnäppchen gestoßen: Marken-Rucksäcke im Abverkauf um 70 Prozent billiger als sonst. Die großartige Nachricht habe ich gleich verbreitet. Eine Sammelbestellung um 90 Euro später habe ich mir endlich die Adresse des Website angesehen. Nur so viel: Der Name der Marke kam darin nicht vor.

Auf den ersten Blick sieht diese Seite echt aus. Aber wirklich nur auf den ersten. // Screenshot: Lisa Wölfl

Mit 13 Jahren hatte ich schon einen Facebook-Account, meine Jugend verbrachte ich auf MSN, habe Freundinnen in Foren gefunden, Tagebuch auf diversen Blogs geschrieben. Ich gehöre zu einer Gruppe, die auch digital natives genannt wird, wir sind im Internet aufgewachsen. Als Journalistin checke ich regelmäßig das Impressum von den Seiten, die ich besuche.

Diesmal haben die einfachsten Verkaufstricks mein Hirn aussetzen lassen: Gratis Versand bei einer Bestellung von über 50 Euro, es gibt nur noch wenige Exemplare. Weil es schnell gehen musste, habe ich nicht die Beschreibung des Unternehmens in eine Suchmaschine eingegeben. Sonst hätte ich gesehen, dass Tausende fragwürdige Shops die gleiche Beschreibung verwenden. Nur den Namen des angeblichen Unternehmens hatten sie eingesetzt.

Das Geld habe ich mit viel Glück zurückbekommen, zurückgeblieben ist die Peinlichkeit, auf einen ziemlich offensichtlichen Betrug hereingefallen zu sein, nachdem ich mir ziemlich sicher gewesen war, mir konnte so etwas nicht passieren. Seitdem quält mich Instagram mit dutzenden Werbungen für fragwürdige Online-Shops, die mir alle die gleichen Rucksäcke verkaufen wollen. Wochenlang habe ich jedes Mal einen Screenshot erstellt, wenn mir die Fakes angeboten wurden.

Alle Instagram-Werbungen von fragwürdigen Shops, die sich über ein paar Monate angesammelt haben. // Screenshots: Lisa Wölfl

Offensichtlich gibt es auf Facebook und Instagram keine funktionierende Prüfung für Shops, die Werbung schalten wollen. Immerhin verdienen die Plattformen bei jeder Einschaltung Geld.

Auf Social Media fühlen wir uns vielleicht sicherer, die Werbungen poppen schließlich zwischen Posts von unseren FreundInnen auf. Ich bin nicht die einzige, die über Werbung von Facebook oder Instagram auf Betrugsseiten gelandet sind. Es gibt Kurzdokus und Artikel dazu.

Zumindest habe ich mittlerweile weniger Sorge davor, der Instagram-Algorithmus könnte mich zu gut kennen. Ich bekomme immer noch Werbungen für betrügerische Online-Shops, die genauso funktionieren, wie der Betrug, auf den ich doch gerade erst hineingefallen bin. Aber ich hab dazugelernt - hoffentlich.

Helft mir, mich besser zu fühlen und erzählt mir, auf welche Internet-Betrüge ihr schon hereingefallen seid!

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