Morgenmoment
/ 10. Februar 2022

Guten Morgen,

Böse Menschen, böses Plastik und gut(gemeinte) Ideen erwarten dich im heutigen Morgenmoment. Diesmal von Andreas Bachmann und Lukas Bayer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Die Maßnahmen gegen die Pandemie beschließt die Politik, kontrollieren und durchsetzen müssen sie aber oft einfache Angestellte in eher schlecht bezahlten Berufen. Und sie kriegen auch die Reaktionen darauf ab. Manche Kund:innen reagieren aggressiv, bespucken und attackieren die Beschäftigten. "Ich habe das psychisch einfach nicht mehr ausgehalten", sagt eine von ihnen in unserer Reportage.

#2 Zahl des Tages

"Selbst wenn die Plastikverschmutzung heute gestoppt werden würde, würde sich die Menge an Mikroplastik in den Meeren innerhalb der nächsten 30 Jahren mehr als verdoppeln", schlussfolgert der bis dato umfassendste Bericht zur Plastikverschmutzung in den Meeren. Dieser wurde vom WWF in Auftrag gegeben und am Alfred-Wegener-Institut durchgeführt. Über 2.500 Studien wurden dafür ausgewertet.

19 bis 23 Millionen Tonnen an Plastikmüll gelangen pro Jahr in die Gewässer. Das sind zwei LKW-Ladungen pro Minute. Es kommt zu einer Kettenreaktion: Wenn sich Prognosen zufolge die Kunststoffproduktion bis 2040 mehr als verdoppelt, vervierfacht sich in den nächsten 30 Jahren die Menge an größeren Plastikstücken in den Meeren. Diese zersetzen sich nach und nach in Mikro- und Nanoplastik. Die Konzentration dieser kleinen Partikel könnte sich bis zum Ende des Jahrhunderts auf das 50-fache erhöhen.

Ob Mikroplastik für den Menschen gefährlich ist, ist noch nicht geklärt. Viele der Partikel sind so klein, dass sie schwer nachzuweisen sind. Einer weiteren WWF-Studie zufolge nehmen wir pro Woche Mikroplastik mit dem Gewicht einer Kreditkarte zu uns. Das meiste davon wird aber sofort wieder ausgeschieden.

Selbst wenn keine direkte Gefahr für den Menschen besteht, sind die Auswirkungen nicht zu unterschätzen. Mikroplastik schadet vor allem sensiblen Ökosystemen wie Korallenriffen und Mangrovenwäldern. Letztere sind für den Schutz vieler Städte und Dörfer wichtig, die nahe an der Küste liegen. Was Mangrovenwäldern und Meerestieren schadet, schadet also immer auch dem Menschen.

Der WWF fordert deshalb ein globales Abkommen gegen die Plastikflut. Die Petition wurde bereits von über zwei Millionen Menschen unterzeichnet. Auf der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen soll Ende Februar über ein solches rechtsverbindliches Abkommen gegen die Plastikverschmutzung der Meere verhandelt werden.

#3 Haltungsnote

Der jetzt verstorbene Unternehmer und Milliardär Götz Werner trat für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle ein. Wie der Gründer der Drogeriekette dm das BGE umsetzen wollte, sollte man aber hinterfragen. Warum es bei einem bedingungslosen Grundeinkommen immer auf das Wie ankommt, kannst du hier nachlesen.

#4 Black History Month

In Kamerun gibt es über 215 Völker und noch mehr unterschiedliche Sprachen. Mit dieser alltäglichen kulturellen Vielfalt kann Österreich nicht mithalten. Hier lebt die gebürtige Kamerunin Beatrice Achaleke seit Jahrzehnten. Sie ist in Österreich eine wichtige, kritische Stimme gegenüber der Integrationspolitik und für Vielfalt. Für ihren Einsatz gegen Rassismus wurde sie auch mehrfach ausgezeichnet.

Achaleke hat 2006 den Verein Afra (Internationales Zentrum für die Perspektive Schwarzer Frauen, frei aus dem Englischen übersetzt) gegründet. Achaleke erklärt ihr Engagement auch mit den Erfahrungen von Polizeigewalt, die 1999 zum Tod von Marcus Omofuma und 2003 zum Tod von Seibane Wague geführt haben. Eine Gesellschaft, die das hervorbringt, wollte sie ihren Kindern nicht zumuten. Afra stellt die Bedürfnisse Schwarzer Frauen und Kinder in den Mittelpunkt. 2007 organisierte der Verein den ersten Schwarzen europäischen Frauenkongress in Wien.

Beatrice Achaleke ist Autorin, studierte Juristin und Soziologin und hat sich als Diversity-Managerin ein Unternehmen aufgebaut. 2009 wurde ihr der renommierte Global Diversity Innovation Award verliehen.

#5 Tweet des Tages

Ihr habt wahrscheinlich alle das dystopisch anmutende Bild einer Skischanze bei den Olympischen Spielen in Peking gesehen: Inmitten von Schornsteinen und auf dem Gelände einer alten Stahlfabrik erhebt sich die mit Kunstschnee bestreute Piste der Freeski-Athlet:innen. Rundherum liegt keine einzige Flocke Schnee.
 
Doch auch bei uns ist Skisport schonmal weit entfernt von echtem Winterzauber. In Mittersill in Salzburg wurde im Oktober 2019 Schnee aus dem vergangenen Jahr konserviert und als weißes Pistenband auf den Berg aufgetragen. "Weißes Elend" wurde es getauft. Auch das ist ein absurdes Wintersport-Bild, wie Twitter-Userin Naz Küçüktekin anmerkt. Eine ganze Serie absurder Beispiele für Wintersport ohne Winterwunderland in unseren Breitengraden hat Raphael Kipping gesammelt.

Wir wünschen dir einen guten Start in den Tag!

Andreas und Lukas

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