Superreiche wie Jeff Bezos zahlen keine Steuern. Bezos trägt daher ein Panzerknacker Outfit. Barbara Blaha ist zu sehen, sie wirft wie Dagobert Duck mit Geld um sich. Das ganze ist eine lustige Photoshop Visualisierung.

Superreiche wollen keine Steuern zahlen. 

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/ 11. Juni 2021

Wie die Reichen keine Steuern zahlen? Wir zeigen es dir vor. Denn für die da oben läuft es prächtig. Seuche und Krise hin oder her. Und das gilt gren-zen-los. Überall auf der Erde, egal in welchem Land, sind  die Allerreichsten noch reicher geworden. Und das sind doch gute Nachrichten. Da haben wir dann ja alle was davon, schließlich fließt von dem vielen Geld dann auch über Steuern was in unser gemeinsames Budget zurück!

Die weltweite Krise hat die Reichsten noch reicher gemacht. Corona hat für sie also nicht viel verändert: Reiche werden reicher - und für die Vermehrung ihrer Reichtümer zahlen sie nur lächerliche Alibi-Steuern. 2018 hatten die reichsten 25 US-AmerikanerInnen noch ein Vermögen im Wert von 1,1 Billionen. Diese 25 Personen hatten damit so viel wie 14,3 Millionen durchschnittliche LohnempfängerInnen. Unter dem Strich zahlten diese Reichsten der Reichen dafür 1,9 Milliarden Dollar Steuern. Zum Vergleich: 14 Millionen NormalverdienerInnen haben insgesamt 143 Milliarden Dollar an Steuern beigetragen. Also 75 Mal so viel wie diese 25 Überreichen.

Leak: Wie die Reichsten keine Steuern zahlen

Die Redaktion von ProPublica, einem US-amerikanisches Onlinemagazin, hat geheime Unterlagen der US-Steuerbehörden veröffentlicht. Die umfangreichen Daten, die ProPublica vorliegen, zeigen: Die Reichsten umgehen das US-Steuersystem noch dreister als bisher angenommen. Das sind ihre Tricks:

  • Trick Nummer 1: Vermögen? Welches Vermögen? Ihnen gehört das Vermögen ja gar nicht. Haben sie längst den Kindern überschrieben. 
  • Trick Nummer 2: Tax-Loss-Harvesting: Hinter dem komplizierten Namen steckt eine einfache Idee: Wer vermögend ist, kann selbst entscheiden, wann er auf Vermögenszuwächse Steuern zahlt - nämlich dann, wenn man sie - durch Verkäufe - realisiert. Dort, wo Verluste angefallen sind, werden diese genau dann verkauft,wenn man diese Verluste braucht,um die Steuern insgesamt zu drücken. Sinkt der Netto-Gewinn, muss man viel weniger oder gar keine Steuern zahlen.

Steuern zahlen? Nicht mit Jeff Bezos

Amazon-Gründer Jeff Bezos macht das liebend gern. 2011 - sein Vermögen betrug damals 18 Milliarden Dollar - gab er in seiner Steuererklärung an, leider, leider am Aktienmarkt Geld verloren zu haben. Ergebnis: Eine Steuergutschrift von 4.000 Dollar für seine Kinder. Bezos ist mit seinen - legalen - Steuertricks natürlich nicht allein. Überreiche müssen eben nicht illegal Steuern hinterziehen – sie vermeiden sie routinemäßig und völlig legal.

Noch ein Vergleich: Das Vermögen der 25 Reichsten ist zwischen 2014 und 2018 um über 401 Milliarden Dollar angewachsen. Einkommenssteuer haben sie für diese Jahre alle zusammen 13,6 Milliarden Dollar bezahlt. Also nur 3,4 Prozent dieser Vermögensexplosion. Gerecht wäre mindestens zehnmal so viel.

Warren Buffett macht's vor

Von den Überreichen hat Warren Buffett anscheinend die gerissensten SteuerberaterInnen: Er hat nur 0,1 Prozent reale Steuern auf seinen Vermögenszuwachs beigetragen – von fast 25 Milliarden Dollar. Buffett ist übrigens einer der wenigen, der sich auch offen dazu bekennt: "Es gibt einen Klassenkampf, aber es ist meine Klasse, die reiche Klasse, die Krieg führt, und wir gewinnen." Ist das bei uns anders? Weil bei uns heißt es doch auch: Wer arbeitet, darf nicht der Dumme sein. 

Ist aber leider so. Während wir in Österreich das Einkommen, das wir mit Arbeit verdienen, sehr hoch besteuern, ist das Einkommen aus Vermögen, Aktien, Vermietungen, usw. kaum besteuert.

Was es also braucht?

  • Transparenz für alle, auch für die Überreichen: eine Statistik wie jene in den USA wäre für Österreich gar nicht möglich. Während Bezieherinnen von Sozialleistungen wie der Mindestsicherung ihre Vermögensverhältnisse komplett offenlegen müssen, wissen wir quasi nichts über jene der Millionäre und Milliardäre unseres Landes.
  • Vermögenszuwächse müssen genauso besteuert werden wie andere Einkommenszuwächse auch. Je mehr man hat, desto mehr sollte man zum Allgemeinwohl beitragen. Warum soll jemand, der hart für sein Geld jeden Tag arbeiten geht, viel mehr Steuern dafür zahlen, als jemand, der sein Geld für sich arbeiten lässt?
  • Ganz besonders gilt das für Erbschaften: Sie sind ein Vermögenszuwachs für jene, die in der Geburtslotterie gewonnen haben. In Österreich zahlen sie für diesen Vermögenszuwachs überhaupt keine Steuern. Das sollten wir dringend ändern.

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