Morgenmoment
/ 21. Juni 2022

Guten Morgen,

Falls du Multimillionär:in bist: Wir haben gute Nachrichten für dich mitgebracht. Für alle anderen leider nicht. Im heutigen Morgenmoment feiern wir Edward Snowdens Geburtstag, berichten dir über die Wiedergeburt eines Kohlekraftwerks und klären über die Vorurteile beim Thema ADHS auf. Geschickt wird er dir heute von Michael Farthofer.

#1 Möchtest du das teilen?

Was kommt dir in den Kopf, wenn du an ADHS denkst: Junge, quirlige Personen mit einem extremen Bewegungsdrang? Menschen, die nie mit dem Reden aufhören können? Klar, all das kann mit ADHS zu tun haben, doch so einfach ist es auch nicht. In der heutigen Top-Story erzählt dir eine Betroffene, wie es ihr mit ihrer Krankheit geht, mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen hat und warum ADHS bei Frauen und queeren Personen seltener diagnostiziert wird.

#2 Lesetipp

Preisfrage: Wie hoch ist die Erbschaftssteuer in Österreich? Die Antwort: Es gibt keine. Im Jahr 2008 wurde sie abgeschafft. Seitdem gibt es auf Vermögensübertragung im Todesfall keine Steuern mehr. Und das, obwohl eine Erbschaftssteuer wohl die Gerechteste aller Steuern wäre. Denn wer erbt, bekommt einfach so Geld, ohne etwas dafür getan zu haben. 3 Argumente, warum wir in Österreich eine Erbschaftssteuer brauchen, liest du hier.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

“Handelt jetzt, um eine Ölpest im Roten Meer zu verhindern”, steht auf der Homepage der Vereinten Nationen. Die UN sucht nach Spender:innen, um einen maroden Öltanker vor der Küste Jemens vor dem Untergang zu bewahren.

Liefe das Öl nämlich ins Meer, wäre das eine Katastrophe: Rund 8 Millionen Menschen wären vom Zugang zu Trinkwasser abgeschnitten, die Folgen für Fischerei und Umwelt wären fatal. Die UN nehmen sich dem Problem nun an, das Abpumpen des Öls kostet aber: Rund 80 Millionen Dollar seien nötig, um das Rote Meer zu retten. Doch woher das Geld nehmen?

Der UNO gehören 193 Staaten an, darunter die reichsten Länder der Welt. Anstatt ein Sonderbudget aufzustellen, um die Katastrophe abzuwenden, wirbt die UNO jetzt um Spenden. 

Wir können nur mithilfe von Kleinspender:innen das Rote Meer vor dem Untergang bewahren? Das ist die “Lösung” der internationalen Staatengemeinschaft? Das soll wohl ein schlechter Scherz sein.

 

#4 Zitat des Tages

Vor 9 Jahren platzte die Bombe. Im Juni 2013 berichtete der Guardian-Journalist Glenn Greenwald über streng geheime Überwachungsprogramme von Geheimdiensten. Jahrelang sollen Spitzenpolitiker:innen, Wirtschaftsbosse und Privatpersonen systematisch überwacht worden sein. Und zwar von den US-Geheimdiensten CIA, NSA und DIA. Auch eine britische Regierungsbehörde war beteiligt.

Vor allem einem Menschen ist es zu verdanken, dass diese Taten ans Licht kamen: Edward Snowden. Er war externer Mitarbeiter bei der NSA und konnte so angeblich über 1,7 Millionen geheim gehaltener Dateien sammeln. Viele davon gab er an Journalist:innen weiter. Snowden flüchtete aus den USA und gelangte über mehrere Stationen nach Russland. Dort erhielt er eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Seitdem lebt er in Moskau.

Der Whistleblower wurde vielfach für seine Taten geehrt und gilt als Aushängeschild in Sachen Menschenrechte. Heute hat er Geburtstag.

#5 Der Reihe nach

Wer hat Angst vor einem Gas-Lieferstopp Russlands? Österreich. Denn wir beziehen immer noch 80 Prozent unseres Erdgases aus dem Land, das seit Monaten Krieg gegen die Ukraine führt. Im Gegensatz zu Deutschland, das seine Abhängigkeit von russischem Gas seit Beginn des Einmarsches um ein Fünftel reduzieren konnte, blieb in Österreich alles beim Alten. Kommt weniger Gas aus Russland, müssten viele Industriebetriebe auf Sparflamme laufen. Das hätte enorme wirtschaftliche Konsequenzen.

Doch die Abhängigkeit ist hausgemacht: Über Jahrzehnte versäumten es Politik und Wirtschaft, unabhängiger von Gaslieferungen aus Russland zu werden. Im Gegenteil: Österreichs Regierungen und Unternehmen lieferten sich Russland aus und steckten viel zu wenig in den Ausbau erneuerbarer Energien. Umso wichtiger ist es, jetzt kräftig zu investieren. Das hilft gegen die Klimakrise und verringert die Abhängigkeit von russischem Gas. Kohlekraftwerke wieder anzuschalten, kann da nur eine kurzfristige Maßnahme sein, um Notlagen zu verhindern.

Einen schönen Dienstag wünscht dir 

Michi

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