Konzerne nutzen Steuersümpfe: Österreich verliert pro Jahr eine Milliarde Euro

/ Oliver Picek
/ 26. September

Die Einnahmen aus Österreichs Unternehmenssteuern könnten 13 Prozent höher sein. Doch sie sind es nicht, weil Firmenvorstände ihre Gewinne in Steuersumpfländer verschieben. Das zeigt die Arbeit von Wirtschaftsforschern.

Die Steuersumpfziele der österreichischen Konzerne befinden sich aber kaum in der weit entfernten Karibik, sondern viel näher. Mehr als vier Milliarden an Gewinnen verschieben Konzerne, um sich ihrer Steuerpflicht in Österreich zu entziehen. Das erste Zielland ist die Schweiz, aber große Teile gehen auch in EU-Länder.

Dadurch entgehen dem österreichischen Staat und der österreichischen Bevölkerung - ganz legal - eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen im Jahr.

Wir verlieren 115 Euro pro Kopf

Pro Kopf kostete die beschönigend "Steuervermeidung" genannte Tätigkeit jede/n österreichischen Staatsbürger/in mehr als 115 Euro im Jahr. Dieses Geld könnte die Bundesregierung gut für sinnvolle Projekte gebrauchen.

Zum Größenvergleich: Eine Jobgarantie, die allen Langzeitarbeitslosen einen geförderten Job bringt, ließe sich mit einer Milliarde Euro problemlos finanzieren. Alternativ könnten die notwendigen Klimaschutz-Investitionen in den Stromnetzausbau zu zwei Dritteln finanziert werden, um im Jahr 2030 zu 100 Prozent nachhaltig erzeugten Ökostrom durchs Land transportieren zu können.

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