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Arbeitswelt

Laudamotion-Personal wird zu Protest gegen Gewerkschaft gedrängt

Eine Initiative aus Teilen der Belegschaft versucht die eigene Gewerkschaft untergraben.

Das Management der Billigfluglinie Laudamotion will die Gehälter der Angestellten in Wien massiv drücken oder sich sonst verabschieden. Die Löhne würden bis knapp an die Armutsgrenze fallen – das sagt die Seite, die den Deal als gut genug darstellen will. In der kritischeren Perspektive führen die Löhne hingegen sogar direkt in die Armut. Die Wirtschaftskammer will das akzeptieren. Die Gewerkschaft erteilt der drastischen Verschlechterung der Verträge aber eine Absage – und wird dafür angegriffen. 

Während 500 Menschen von der Schließung der Basis von Laudamotion ihren Job verlieren würden – 300 Angestellte und 200 LeiharbeiterInnen – demonstrierte vergangene Woche etwa 50 davon gegen die eigene Vertretung. Sie wollen, dass die Gewerkschaft den angebotenen Deal akzeptiert.

Verständlich einerseits, weil niemand gerne seine Job verliert. Allerdings sind die Nachteile eines neuen Kollektivvertrags, der Vollzeit arbeitende Menschen bestenfalls knapp über die Armutsgrenze führt, auch offensichtlich. Für den Dienstag nach Pfingsten war nun eine erneute Demo angekündigt.

Dafür wurde von der Initiative aber offenbar mit schwer fragwürdigen Mitteln geworben. Und die werfen auch die Frage auf, ob hinter diesen Protesten wirklich nur die Belegschaft steht.

Offiziell hält Flugkapitän Thomas Gurgiser den Kopf in der Öffentlichkeit hin. Doch der schrieb als Administrator eines Gruppenchat mit 59 TeilnehmerInnen davon, dass eine nicht näher genannte „Organisation“ den Protest unterstütze. Diese setze „voll auf die Demo“. Dazu postete er auch Behauptung, „ein späteres Jobangebot der Firma“ hänge davon ab, wer bei der Demo dabei sei.

Unterdessen wurden Details zu den Verhandlungen des Laudamotion-Managements mit der Gewerkschaft bekannt. Zuletzt gab das Unternehmen laut dem Luftfahrtmagazin Austrian Wings am Donnerstag ein Angebot ab, das die Gewerkschaft binnen 45 Minuten hätte unterzeichnen sollen. Darin stünden laut Gewerkschaft aber sowohl rechtswidrige Passagen als auch ein Passus, der den Betriebsrat der Laudamotion als „illegal“ bezeichne.

Laut Standard begann das Unternehmen zudem schon Mitte Mai (also lange vor Ablauf aller Ultimaten), nach billigeren ErsatmitarbeiterInnen zu suchen.

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