Leistbares Wohnen: Barcelona erzwingt Vermietung von leerstehenden Wohnungen
Kampf gegen Leerstände seit Finanzkrise
Seit der Wirtschaftskrise 2008 setzen Firmen auf den Erwerb von Immobilien - sie sind einfach eine sichere Wertanlage. Doch die Leerstände treiben dann die Mietpreise in den Städten in die Höhe. Paris erhebt bereits seit 20 Jahren eine Steuer auf Leerstände - und hatte mit dieser Maßnahme Erfolg. In Barcelona ist es seit 2016 legal, dass sich die Stadt Immobilien, die länger als zwei Jahre leer stehen, aneignen kann. Das Gesetz sieht vor, dass sie dann zwischen vier und zehn Jahren vermietet werden können, bevor sie an den Besitzer zurückgegeben werden müssen.
Doch seit Dezember 2019 wurde die Maßnahme verschärft: Die Stadt kann nun die Immobilien sogar kaufen - für 50 Prozent des Marktwertes. Weiters könnten den Firmen Strafzahlungen zwischen 90.000 und 900.000 Euro drohen.
Mieten stiegen stark
So radikal das Vorgehen Barcelonas erscheint - es ist eine wichtige Maßnahme. Die Mieten sind zwischen 2014 und 2017 um fast 30 Prozent gestiegen. Und seit der Wirtschaftskrise kämpft Spanien mit einer hohen Arbeitslosigkeit, vor allem Jugendliche und junge Menschen haben es schwer, einen Job zu finden. Nach der damaligen Krise brauchte das Land fünf Jahre, bis die Wirtschaft wieder wuchs. Und nun befürchten viele, dass sich aufgrund der Corona-Krise dieses Schreckensszenario wiederholen wird.
Leerstände: So sieht es in Österreich aus
Österreich und vor allem Wien gelten als Vorbild, was den sozialen Wohnbau betrifft. Trotzdem steigen auch bei uns die Mieten schneller als der Lohn. Heute sind die Mieten um 53 Prozent teurer als 2007. Von leistbarem Wohnen sprechen Experten, wenn rund 25 Prozent des Einkommens für das Wohnen ausgegeben werden muss. Heute müssen durchschnittlich 30 bis 40 Prozent berappt werden.
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