Lise Meitner

Lise Meitner eine international bekannte Physikerin, Mit-Entdeckerin der Kernspaltung und erste Physik-Professorin in Deutschland. Am Foto ist sie am Flughafen in Wien-Schwechat 1953 zu sehen.

Foto: (c) Archiv der Universität Wien, Bildarchiv / UrheberIn: ISB Staff Photo

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/ 25. März 2021

Lise Meitner war eine herausragende Physikerin. Sie war Mit-Entdeckerin der Kernspaltung. Doch der Weg dahin war alles andere als einfach.

In Meitners Jugend gab es in Wien noch keine Gymnasien für Mädchen. Nach einer externen Matura studierte sie an der Universität Wien und schloss 1906 als zweite Frau mit Physik als Hauptfach das Studium ab. Später ging sie nach Berlin und traf Otto Hahn, mit dem sie auf dem Feld der Radioaktivität zusammenarbeitete.

Lise Meitner als erste Professorin für Physik

Das Problem dabei: Frauen war in Berlin der Zutritt zum Physik-Institut als Mitarbeiterinnen verboten. Meitner musste einen separaten Eingang nehmen und durfte nur im Keller arbeiten. Die ersten Jahre arbeitete sie ohne Gehalt. Später wurde sie seine Assistentin - und damit die erste Universitätsassistentin im heutigen Deutschland. Ab 1923 lehrte sie als Professorin.

Zehn Jahre später wurde Meitner vom NS-Regime der Titel und ihre Lehrbefugnis aufgrund ihrer jüdischen Abstammung entzogen. 1938 floh sie nach Schweden. Dort gelang ihr gemeinsam mit einem Kollegen die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung. Otto Hahn und sein Assistent Fritz Straßmann konnten ihre theoretische Erklärung später nachweisen. Lise Meitner selbst erhielt Angebote von den USA, sich an der Entwicklung der Atombombe zu beteiligen, was sie ablehnte. Sie war zu dem Zeitpunkt überzeugte Pazifistin.

Lise Meitner bekam zahlreiche Preise - aber nicht den Nobelpreis

Meitner erhielt zahlreiche Preise. Aber den Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung nicht - den bekam Otto Hahn alleine. Meitner und Fritz Straßmann wurden nicht berücksichtigt. Achtzigjährig wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Wien. Sie starb 1968 in Cambridge.

 

Dieser Text entstand in der Serie #HerStory während des Women's History Month im März 2021. Weil Frauen in der Geschichtsschreibung oft übersehen oder kleingeredet werden stellt MOMENT Österreicherinnen vor, deren Wirken wir in zeitgenössischer oder historischer Hinsicht bemerkenswert finden.

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