Morgenmoment
/
/ 13. Januar 2021

Guten Morgen!

Jetzt ist schon wieder was passiert in Tirol. Wir unterbrechen heute außerdem den Arbeitsminister und fragen uns, ob Begabung und Fleiß immer für ein gutes Leben ausreicht.

Der Morgenmoment kommt heute von Sebastian Panny

#1 Möchtest du das teilen?

Oft wird gesagt, dass man entweder sehr talentiert oder sehr fleißig sein muss, um im Leben voranzukommen. Für den 22-jährigen Johannes gilt eigentlich beides - und dennoch ist sein Lebensweg alles andere als einfach.

Obwohl er schon mit 15 zu studieren beginnt und die Matura mit Auszeichnung schafft, werden er und seine alleinerziehende Mutter durch die schwierige finanzielle Lage immer weiter ausgebremst - bis es schließlich zur Katastrophe kommt. Die dramatische Geschichte der kleinen Familie ist ein Beispiel dafür, wie sehr das Schicksal von Menschen durch ihr Umfeld geprägt wird - selbst, wenn sie außerordentlich begabt sind.

#2 Zahl des Tages

7 von 8 Hotels blieben in Tirol offen

Der ORF Tirol hat recherchiert, wie leicht es ist, in heimischen Hotels Zimmer zu bekommen. Die JournalistInnen haben sich dabei als Urlaubende ausgegeben und telefonisch nachgefragt. Das Ergebnis ist erschreckend: Trotz des Verbots, Buchungen von Freizeitreisende anzunehmen, wurden ihnen in fast allen Fällen trotzdem ein Zimmer angeboten. Der Fall ist symptomatisch für den Umgang der Tiroler Tourismusindustrie mit den Coronaregelungen. Den Ö1-Beitrag kannst du dir hier anhören.

 

#3 Hast du das gesehen?

Der ehemalige IHS-Chef Martin Kocher ist mit vielen Vorschusslorbeeren in seine neue Stelle als Arbeitsminister gestartet. Endlich ist mal ein Experte am Wert, so der Tenor.

Aber eine unpolitische Expertise gibt es nicht - schon gar nicht bei Arbeitsmarktpolitik. Im Interview mit Armin Wolf hat sich gezeigt, dass Kocher sehr schnell auf die Linie der Regierung eingeschwenkt ist. Die Meinungen des neuen Arbeitsministers zum Arbeitslosengeld widersprechen teilweise denen, die das IHS unter seiner Leitung vertreten hat. Wir haben für euch wieder die Pausetaste gedrückt, um seine Aussagen zu hinterfragen.

#4 Ignoriert

Schon seit fünf Jahren veröffentlicht die Hilfsorganisation CARE ihren Bericht "Suffering in Silence". Darin wird der Frage nachgegangen, welche großen Krisen die Welt am meisten ignoriert. Um das herauszufinden, wurden 1,2 Millionen Online-Meldungen in fünf verschiedenen Sprachen zwischen Jänner und September ausgewertet. Die zehn am wenigsten beleuchteten Krisen kamen dabei alle zusammen auf nicht einmal 12.000 Artikel. Zum Vergleich: Der Start der Sony Playstation 5 wurde mit 334.000 Meldungen gewürdigt. 

In der Galerie kannst du dir genauer ansehen, um welche Krisen es sich dabei handelt.

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Glyphosat ist immer noch nicht verboten

Mehr als drei Jahre sind seit der Ankündigung der damaligen türkis-blauen Regierung vergangen, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verbieten. Doch nach der Ankündigung wurde das Verbot mit einer Machbarkeitsstudie verbunden und immer weiter hinausgezögert. Erst im Sommer 2019 wurde im freien Spiel der Kräfte, ohne die Stimmen der ÖVP, ein Verbot beschlossen, das ab Anfang 2020 gültig sein sollte.  

Doch ein Formalfehler wurde als Anlass genommen, um das Gesetz nicht in Kraft treten zu lassen. Heute beruft sich die ÖVP darauf, dass ein Verbot des Mittels nicht mit dem EU-Recht vereinbar wäre. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass in Luxemburg der Einsatz von Glyphosat seit Beginn des Jahres nicht mehr erlaubt ist.

Einige Institutionen der WHO, wie die Internationale Agentur für Krebsforschung, stufen das Mittel als krebserregend ein. In den USA, wo Glyphosat als “Roundup” verkauft wird, haben Gerichte in drei Fällen geurteilt, dass es einen wesentlichen Faktor bei Krebserkrankungen darstellt.

#6 Bonustracks

Die Zeiten sind zermürbend und die Nachrichten im heutigen Morgenmoment sind auch nicht unbedingt zum Lachen. So kann ich dich unmöglich in den Tag entlassen. Daher empfehlen ich dir, kurz in die folgenden Videos reinzuschauen.

Da hätten wir einmal den Großvater, der seine Enkeltochter immer noch ein Stück des Weges begleiten will, wenn sie wegfährt:

Und dann gibt es noch die Menschen in Madrid, die seit über 60 Jahren nicht mehr so viel Schnee hatten. Was die damit unter anderem anzufangen wissen, kannst du hier sehen:

Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch! 

Sebastian

Dir gefällt unsere Arbeit?

Das freut uns! Wir sind unabhängig von Parteien und Konzernen. Unterstütze unsere Arbeit mit deiner SPENDE. Jeder Beitrag, ist er noch so klein, ist wichtig!

Fünf wichtige Themen in nur drei knackigen Minuten. Hol dir deinen täglichen Morgenmoment per E‑Mail!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.