Morgenmoment
/ 11. Mai 2022

Guten Morgen,

nach einem innenpolitisch spannenden Tag gestern, geht es heute gleich spannend weiter: Die Bundesregierung hat sich (wieder einmal) erneuert. Außerdem: Gewerkschafter:innen die Lohnerhöhung streichen? Geht gar nicht! Mehr dazu in deinem Morgenmoment.

 

#1 Möchtest du das teilen?

Wer eine Geldstrafe nicht bezahlen kann, muss sie absitzen. Und verliert dabei vielleicht den Job oder die Wohnung. Für den Staat ist das extrem teuer. Gestern haben wir darüber berichtet, wie Armut auch bei harmlosen Vergehen damit hart bestraft wird. Für manche Bereiche gibt es aber eine sinnvolle Alternative. Darum geht es heute

#2 Hast du das schon gesehen?

"Ich bin sooo eine tolle Chefin! Aber niemand will für mich arbeiten! Und alle anderen sind schuld daran!" So oder so ähnlich argumentieren viele Arbeitgeber:innen in Österreich. Außerdem sei das Arbeitslosengeld zu hoch. Viele würden es sich deshalb in der sozialen Hängematte gemütlich machen. Das ist ein gefährlicher Spin, der Sozialleistungen niedrig halten und Menschen in schlechte Beschäftigungsverhältnisse drängen soll.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Gewerkschaften und Mitbestimmung? Den Unternehmen Starbucks und Amazon gefällt es gar nicht, dass sich Arbeiter:innen zu organisieren beginnen. Sie gehen gegen die Arbeitskämpfe vor und spielen Kolleg:innen gegeneinander aus. Die Unternehmensführungen haben Angst, dass noch mehr Beschäftige jetzt ihre Rechte einfordern. Starbucks-Beschäftigen sollen deshalb jetzt weniger Lohn bekommen. Amazon wählt einen anderen Weg: Sie kündigen gleich 6 Logistik-Manager:innen, da diese eine Gewerkschaftsgründung nicht verhindern konnten. Mehr von den miesen Vorhaben liest du hier.

#4 Grafik der Woche

Über zu Unrecht bezogene Sozialleistungen wird in den Medien häufig berichtet. Und den Beschuldigten drohen empfindliche Strafen. Laut der eigens eingerichteten Taskforce dagegen wurden 2021 in diesem Bereich 20 Millionen Euro rechtswidrig bezogen.

Worüber aber niemand spricht: Lohnbetrug. Der Schaden ist ungleich höher. 1.026 Millionen Euro wurden den arbeitenden Menschen in Österreich unterschlagen. Insgesamt wurden in Österreich 40,7 Millionen Überstunden nicht ausbezahlt. Werden die Unternehmen dafür in Verantwortung gezogen? So gut wie nie.

#5 Die Nachrichten erklärt

Die letzten Tage ging es in Österreichs Innenpolitik wieder einmal rund. Die Ministerinnen Margarete Schramböck und Elisabeth Köstinger (beide ÖVP) sind zurückgetreten. Und wir haben einen neuen Landwirtschaftsminister: Norbert Totschnig. "Norbert ...wer?", fragst du dich? Wir stellen dir den neuen Mann, der auf Elisabeth Köstinger folgt, vor. 

#6 Bonustrack

Die Mieten in Österreich gehen durch die Decke. Was kann die Politik tun? "Eine Leerstandsabgabe einführen", sagt Ökonom Alexander Huber vom Momentum Institut. Mit einer Leerstandsabgabe könnte der Staat potenziell entweder bis zu 1,8 Milliarden Euro pro Jahr an Steuern einnehmen, oder aber die Eigentümer von bis zu 198.000 Wohnungen zur Vermietung ihrer Wohnungen bringen. Wir haben das Video für dich.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!

Michi

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