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Ungleichheit

Väterkarenz: Was bringt das denn?

Moment mal mit Barbara Blaha

Der Weltfrauentag ist eine gute Gelegenheit, nachzuschauen, warum in puncto Gleichstellung von Männern und Frauen so wenig weitergeht. Ein wesentlicher Faktor dafür sind Väter, die nicht oder nur sehr kurz in Väterkarenz gehen.
 

Du liest lieber? Hier ist der Text zum Video:

Väterkarenz? Macht doch niemand.

Hey, gute Nachrichten: Kinder und Hausarbeit gehören fair aufgeteilt zwischen Männern und Frauen. Dieser Aussage stimmen 95 Prozent der Österreicher zu.

Allerdings haben Wunsch und Wirklichkeit nicht viel miteinander zu tun. Genauer betrachtet meinen sie offenbar: Kinder und Hausarbeit gehören fair aufgeteilt zwischen Männern und Frauen. Nur halt Bei allen anderen Eltern. Denn der Gedanke, für das Baby Verantwortung zu übernehmen, kommt vielen erstmal nicht. 

Väterkarenz: Macht kaum jemand

Denn 4 von 5 Papas gehen einfach gar nicht in Väterkarenz. 

Und der eine, der dann doch geht, tut es das sehr kurz: Dieser eine Papa nimmt sich im Schnitt 3 Monate Zeit für das Baby, die allermeisten nur das Papamonat-

Die Mama bleibt hingegen im Durchschnitt 1,5 Jahre lang zuhause.

Das ist sechsmal so lange. Und das macht jede, nicht nur jede fünfte. 
Warum tun sich Papas so schwer damit, sich längere Zeit um ihre Kinder zu kümmern? Männer fürchten berufliche Nachteile, wollen beruflich am Ball bleiben, sorgen sich, das Unternehmen käme sonst in Schwierigkeiten, oder ihr Ansehen im Job könnte leiden. Diese Probleme haben Frauen also … nicht?

Väterkarenz schadet der Karriere nicht

Faktencheck: Noch zehn Jahre nach dem ersten Kind verdienen Frauen nur halb so viel wie ein Jahr vor der Geburt. Das liegt daran, dass sie – um auf das Kind zu schauen, nicht mehr in Vollzeit arbeiten. Die Väter hingegen? Die haben diese Schwierigkeiten nicht: Sie verdienen nach der Geburt keinen Euro weniger. 

Es gibt viele gute Gründe als Papa in Väterkarenz zu gehen:

Erstens: Es ist dein Kind, Alter.

Das scheint 95 Prozent der Väter nicht zu überzeugen, darum hier noch ein paar: 

Zweitens: Kinder betreuen ist wie Laufen. Am schwersten ist der Start, mit jedem Schritt wird es leichter. Väter, die in Karenz gehen, übernehmen auch danach eine aktive Rolle in der Erziehung. Sie füttern, kleiden, baden, spielen und lesen deutlich öfter vor, als jene Väter, die nicht in Karenz waren. Sie übernehmen nach ihrer Väterkarenz mehr Arbeit im Haushalt und haben ein höheres Verständnis für die Kosten von Kinderbetreuung. Oder anders gesagt: Sie sind Väter und nicht nur ein Name auf der Geburtsurkunde der Kinder.

Drittens: Wer seine Kinder kennt, verbringt auch gern Zeit mit ihnen. Karenzväter reduzieren Arbeit und Hobbies später jede Woche im Schnitt um vier Stunden, um ihre Kinder häufiger zu sehen. 

Auch die Kinder profitieren von Väterkarenz

Studien zeigen, dass Kinder, deren Vater von Anfang an Verantwortung übernommen hat, besser in der Schule sind. Insbesondere Töchter profitieren, wenn ihr Vater mehr für sie da gewesen ist. Und: Man lebt seinen Kindern vor, wie eine gerechte Arbeitsteilung aussieht.

Viertens sind aktive Väter gut für die Karriere von Frauen. Denn wenn  Frauen allein die Verantwortung für die Kinderbetreuung tragen, arbeiten sie nicht nur weniger, es wirkt sich auch negativ auf ihren Lohn aus. Eine lange Auszeit vom Job macht es weniger wahrscheinlich, dass sie befördert werden. Und wenn Väter nicht ganz allein die Familie ernähren müssen, dann können sie päter auch mehr faulenzen.

Je länger die Väterkarenz ist, desto deutlicher zeigen sich all diese Effekte. 

Wer findet, dass Gleichberechtigung von Männern und Frauen eine Selbstverständlichkeit ist, der muss in Väterkarenz. Und zwar länger als 4 Wochen. 

 

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