Morgenmoment
/ 3. März 2022

Guten Morgen!

Ein Werk steht still, ein anderes bewegt sich in Bildern und wieder andere müssen sich zurückbewegen. Dein Morgenmoment kommt heute von Lukas Bayer.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Produktion im MAN-Werk in Steyr steht ab heute still. Wegen des Kriegs in der Ukraine fehlen Teile, die von dort geliefert werden. Die Steyr Automotive von Investor Siegfried Wolf könnte es noch härter treffen. Bleiben die Russland-Sanktionen, werden die zukünftig geplanten Nutzfahrzeuge nicht vom Band rollen können. Das ist genau das Szenario, vor dem bei der Übernahme Wolfs in Steyr gewarnt wurde. „Das wäre der Worst Case“, sagt der Betriebsrat.

#2 Hast du das gesehen?

Auch in Russland sind sicherlich nicht alle Menschen mit dem Krieg gegen die Ukraine einverstanden. Dariia Lebedeva ist eine 27-jährige Russin und arbeitet in einem kleinen Grafikstudio in Moskau. Die Animatorin hat mit zahlreichen Künstler:innen ein Kollektiv gegründet, das mit kreativen Youtube-Videos gegen den Krieg protestiert. Mit MOMENT hat sie über ihr Projekt, die Stimmung in Russland und das Leben als Künstlerin im Regime gesprochen. 

(нет войны heißt übrigens so viel wie "Kein Krieg".)

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Geflüchtete aus dem Krieg in der Ukraine werden an der Grenze zu Österreich abgewiesen. Im Burgenland habe die Polizei einer geflüchteten Familie mit ukrainischem Aufenthaltstitel die Einreise verwehrt, berichtete am Dienstag die NGO Mission Lifeline.

Das Innenministerium weist den Vorwurf zurück und betont, dass "Gästen eines Landes" die Einreise nach Österreich verwehrt werden könne.

Das Problem ist: Auch wenn Krieg herrscht, bestimmt offenbar die Staatsbürgerschaft, wie solidarisch Österreich mit Geflüchteten umgeht.

Rechtlich ist die Situation folgendermaßen: Ukrainische Staatsbürger:innen mit biometrischem Pass dürfen sich für 90 Tage ohne Visum in Österreich frei bewegen. Geflüchtete ohne biometrischem Pass müssen an der österreichischen Botschaft in Ljubljana oder Bratislava, oder in München ein Visum beantragen. Drittstaatsbürger:innen, die diese Kriterien nicht erfüllen und sich derzeit auf der Flucht aus der Ukraine nach Österreich befinden, ist die Einreise dagegen untersagt. Das gilt eben auch für alle Menschen, die sich derzeit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung befinden. Auf eine möglichst unbürokratische Hilfe ist Österreich nicht vorbereitet.

Wie du aus Österreich am besten den Menschen auf der Flucht aus der Ukraine helfen kannst, erfährst du hier.

#4 Herstory

Auch diesen März machen wir zum Herstory-Monat. Wir erzählen dir jeden Tag von wichtigen Frauen aus Politik und Zeitgeschichte. Heute: Ina Regen.

Ina Regen lädt am 8. März lädt ins Wiener Konzerthaus zu einem Abend nur mit Frauen. "Der Frauenanteil der Künstler:innen, die im Radio gespielt werden, liegt bei ca. 20 Prozent. Wir machen aber mehr als fünfzig Prozent der Weltbevölkerung aus. Wenn ich bei Konzerten oder Festivals nachfragte, wieso es nicht mehr Frauen im Programm gibt, dann wurde mir oft gesagt, dass es außer mir halt nicht mehr Frauen in der Branche gäbe. Aber das stimmt nicht! Diese bekommen nur zu wenig Sichtbarkeit.", so die Sängerin. Auch in Sozialen Netzwerken gibt Regen weiblichen Künstler:innen eine Stimme.

Ina Regen heißt mit bürgerlichem Namen Regina Mallinger. Ihr Künstlername spielt auf ihren Vornamen an. Die heute 37-jährige Regen war 2021 Jurymitglied der ORF-Castingshow Starmania21. Sie studierte an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz Jazz- und Populargesang. Mit ihrer Ballade "Wie a Kind" schaffte es Regen 2017 auf Anhieb in die Charts. Und ihr zweites Album "røt" stieg vergangenes Jahr auf Platz 1 in die Austria Top 40 Albumcharts ein.

#5 Lesetipp

Krieg, Corona, Klimakrise - wir wissen, dass unsere Morgenmomente derzeit eine schwere Kost sind. Darum heute zum Abschluss etwas Leichtes. Riffreporter hat sieben Dinge gefunden, die wir von Schafen lernen sollten.

Ich wünsche dir einen schönen Donnerstag!

Lukas

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