Sparschwein
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/ 10. Februar 2020

Daten der Nationalbank zeigen: Während mehr als 30 Prozent aller Haushalte nichts sparen können, können 5 Prozent der Haushalte mehr als 35 Prozent ihres Nettoeinkommens auf die Seite legen.

"Für junge Menschen ist Eigentum die beste Maßnahme gegen Altersarmut" - dieser Satz hat Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einem Wahlduell bei PULS4 heftige Kritik und Spott eingebracht. Der allgemeine Tenor: Dieser Tipp ist vollkommen weltfremd. Eine neue Studie belegt nunmehr, dass dieser Ratschlag tatsächlich für viele Menschen einer Verhöhnung gleichkommt. Denn rund 30 Prozent bleibt von ihrem Gehalt einfach nichts übrig, dass sie auf die Seite legen könnten. Das Sparen auf eine teure Immobilie ist für sie vollkommen unrealistisch.

Das einkommensschwächste Zehntel spart im Schnitt nur 60 Euro im Monat, die einkommensstärksten 10 Prozent sparen mehr als 1.300 Euro jedes Monat. Mit den niedrigen Einkommen ist ein Vermögensaufbau kaum möglich.

 
 

Für schlechtere Zeiten vorzusorgen, ist dabei Sparmotiv Nummer eins: für die finanzschwächeren Haushalte (logischerweise) noch stärker als für die reicheren. Am zweitwichtigsten ist für Österreicher die Altersvorsorge. Doch spannend ist hier der Vergleich mit der Erhebung aus dem Jahr 2014: Damals haben noch 9,8 Prozent angegeben, dass sie Geld auf die Seite legen, um für die Pension vorzusorgen. Nun sind es deutlich weniger. Auf Platz drei der Sparmotive liegt der Erwerb einer Immobilie.

Dass die Sparquote unter Männern (8,6 Prozent) höher ist als unter Frauen (7,7 Prozent), überrascht wohl weniger. Dass gerade jene der Bauern mit 11,4 Prozent besonders hoch ist, kommt vielleicht unerwartet.

Weiters spannend: Das Ost-West-Gefälle. Haushalte in Wien kommen auf eine Sparquote von 7,8 Prozent, in Vorarlberg ist sie mit 15,5 Prozent doppelt so hoch.

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