Barbara Blaha vor einer Wandbeschriftung, die sagt: Think Tank der Vielen
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/ 31. Oktober 2020

Österreich geht in den zweiten Lockdown. Was haben wir aus dem ersten Lockdown gelernt?

Lockdown, Lockdown light, Slowdown oder Shutdown? Seit dem Sommer haben alle spekuliert, der Boulevard hat wie immer so viele Varianten in die Welt gebrüllt, dass eine schon richtig gewesen sein wird, hinterher.

Zweiter Lockdown für Österreich

Jetzt ist die Kuh endlich aus dem Stall, der zweite Lockdown ist da. Und wir haben wir einiges aus dem ersten Lockdown gelernt.
 

  • Schulen und Kindergärten bleiben im zweiten Lockdown offen. Das entlastet Familien und vor allem Frauen. Und es stellt sicher, dass kein Kind zurückgelassen wird – nur, weil ein Laptop fehlt oder die alleinerziehende Mama durchhackeln muss. Das ist gut so.
  • Aber wir wissen heute mehr über das Virus: Lüften und Masken helfen mehr als Abstand halten in geschlossenen Räumen. Warum also keine Vorschriften im zweiten Lockdown für Großraumbüros, Werkstätten und andere geschlossene Arbeitsstätten.
  • Wir wissen seit dem Frühjahr: Man muss nicht unbedingt ins Büro, um seine Arbeit zu machen. Und trotzdem: Anreize für Homeoffice oder gar ein Recht auf Homeoffice in allen Bereichen, wo es möglich ist, sucht man in der Verordnung für den zweiten Lockdown vergeblich. 
  • Wir wissen auch: Die Gastronomie und der Tourismus setzen weniger auf Kurzarbeit als andere Branchen. Genau die schließen wir im zweiten Lockdown jetzt. Fast 140.000 Menschen und Arbeitsplätze sind davon betroffen.
  • Schließlich wissen wir aus dem ersten Lockdown, der Kampf gegen die Gesundheitskrise in eine soziale Krise führt. Eine soziale Krise, die durch diesen zweiten Lockdown jetzt noch weiter verschärft wird. Und die Antworten der Politik auf diese soziale Krise waren bisher katastrophal: Mühsames Herumdoktern an Mini-Maßnahmen statt großer Antworten; 100 verschiedene Fonds, langwierige Bürokratie, unzählige Formulare, ewige Wartezeiten: All das sollten wir im zweiten Lockdown nicht wiederholen. Denn: Wer rasch hilft, hilft doppelt. 

Wer keinen Job hat, braucht es jetzt endlich mehr Arbeitslosengeld. Die versprochene Einmalzahlung im Dezember reicht da nicht. Die meisten, die jetzt neu im November durch den zweiten Lockdown in Österreich arbeitslos werden, werden nicht einmal die volle Einmalzahlung von 450 Euro bekommen.

Gemeinsam durch den zweiten Lockdown

Für jene, deren Unternehmen noch immer - oder schon wieder in der Luft hängt nach dem zweiten Lockdown in Österreich: Ein klares Signal der Sicherheit, gerade für die Klein- und Mittelunternehmern: “Ja, wir tun diesmal alles, um euch zu stützen und eure Arbeitsplätze zu schützen!” Viele werden es im zweiten Lockwdown noch einmal Wirtschaftshilfen brauchen.

Und: Machen wir dieselben Fehler nicht zweimal. Die Wirtschafts- und Arbeitsmarkthilfen müssen im zweiten Lockdown bei den Richtigen ankommen – vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Großunternehmen, die zuerst Kurzarbeit und Wirtschaftshilfen in Anspruch nehmen, und sich üppige Gewinnausschüttungen gönnen, darf es nach dem zweiten Lockdown nicht mehr geben.

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