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Gesundheit
Ungleichheit

Abtreibungen weltweit: Wo es für Frauen (keine) Strafen gibt

Abtreibungen weltweit: Wo es für Frauen (keine) Strafen gibt
Credit: Abortion Amparo Garcia von Getty Images via Canva
Abtreibungen werden weltweit rechtlich sehr unterschiedlich gehandhabt. In einigen Ländern sind schwangere Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen, vollständig entkriminalisiert. Das heißt: Es gibt entweder gar keine Strafen oder nur Strafen für durchführende Personen, wie zum Beispiel Ärzt:innen.

In Österreich können Schwangerschaftsabbrüche innerhalb der ersten drei Monate legal durchgeführt werden, in Ausnahmefällen länger. Wird eine Abtreibung in Österreich illegal durchgeführt, kann es für die Schwangere zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe von bis zu 720 Tagessätzen kommen. 

In vielen Ländern werden Frauen gar nicht kriminalisiert. Es gibt entweder gar keine Strafen oder nur für die Personen, die den Abbruch durchführen.

Keine Strafen: Völlig entkriminalisierte Abtreibungen

In Kanada, Australien und Neuseeland gibt es kein nationales Gesetz oder Strafrecht, das Abtreibungen verbietet oder regelt. Abtreibungen gelten als medizinische Leistung und sind über das öffentliche Gesundheitssystem teilweise sogar kostenfrei zugänglich. Und das ganz ohen Fristenlösung.

Abtreibungen dürfen also theoretisch bis zur Geburt vorgenommen werden. Trotzdem finden die meisten Abtreibungen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft statt. Nach der 24. Woche finden sie praktisch nur bei schweren medizinischen Gründen staat. Einerseits, weil Ärzt:innen spätere Eingriffe nicht anbieten müssen, andererseits weil einfach auch extrem unwahrscheinlich ist, dass Frauen das wollen würden. 

Abtreibung als Verfassungsrecht

Frankreich und Luxemburg sind weltweit die einzigen Länder, die das Recht auf Abtreibung, in ihrer Verfassung verankert haben. In diesen beiden Ländern herrscht die Fristenlösung. Schwangerschaften dürfen legal, bis zur 12. bzw. 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Danach gibt es aber sehr wohl Strafen für Ärzt:innen (in Luxemburg auch Geldstrafen für die Frauen). Das heißt: Es gibt zwar keine Strafen für aber auch keinen legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. 

Abtreibungen in den USA und in Mexiko

Im Juni 2022 hat der Supreme Court der USA das bundesweite Recht auf Abtreibungen aufgehoben. Seitdem entscheidet jeder Bundesstaat selbst über die genauen Fristen und Regelungen zu Abtreibungen. Die werden sehr unterschiedlich gehandhabt.

In den Jahren 2021 und 2023 wurden auch die bundesweiten Regelungen zu Abtreibungen in Mexiko vom Obersten Gerichtshof angepasst. Ansich fallen Abtreibungen immer noch in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten, allerdings wurden die Haftstrafen bundesweit deutlich verringert und in manchen Regionen sogar abgeschafft.

Abtreibungen in Polen und Nordkorea

In Polen und Nordkorea sind Abtreibungen weitgehend illegal, dennoch werden in erster Linie nicht die Frauen bestraft, die die Abtreibung vornehmen, sondern die Personen, die den Schwangerschaftsabbruch durchführen oder ermöglichen.

Weltweit unterschiedliche Fristenlösungen

In vielen Ländern gibt es die sogenannten Fristenlösungen, so auch in Österreich. Damit ist gemeint, dass Schwangerschaften grundsätzlich verboten sind, aber innerhalb eines bestimmten Zeitraums durchgeführt werden dürfen. 

In manchen Ländern ist die Frist jedoch nicht klar festgelegt. Manchmal wird der Zeitraum, in dem legal abgetrieben werden darf, davon abhängig gemacht, ob schon Kindsbewegungen spürbar waren, ob Gliedmaße schon deutlich erkennbar sind, ob Föten schon lebensfähig wären, oder ob die Föten nach der Auslegung religiöser Figuren bereits “beseelt” sind. 

In unserer Grafik werden dieser Länder beschrieben, als “Länder mit Fristenlösung oder ähnlichem”. 

Länder, in denen Abtreibungen meist illegal sind

In vielen Ländern sind Abtreibungen unter allen Umständen grundsätzlich illegal. In anderen Ländern sind sie nur erlaubt, wenn die Schwangerschaft lebensgefährdend für die Schwangere ist oder durch eine Vergewaltigung oder Inzest zustandekam. 

Da es für die Betroffenen meist schwierig ist unter Zeitdruck eine Vergewaltigung oder Inzest zu beweisen und medizinisches Fachpersonal manchmal unsicher ist, ab wann das Leben der Schwangeren gefährdet ist, wurden diese Länder beschrieben, als “Länder, in denen Abtreibungen meist illegal sind”.

 

Bei so einer umfassenden Recherche und komplexen Frage können schonmal Fehler passieren. Solltest du einen bemerken, melde dich gerne, und wir bessern ihn aus. 

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