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Gesundheit

2025 abgestritten, jetzt passiert: Ganzkörper-Muttermalkontrolle in Wien keine ÖGK-Kassenleistung mehr

2025 abgestritten, jetzt passiert: Ganzkörper-Muttermalkontrolle in Wien keine ÖGK-Kassenleistung mehr
Die Ganzkörper-Muttermalkontrolle durch Hautärzt:innen ist ab sofort keine Kassenleistung mehr in Wien. Foto: Inside Creative House von Getty Images
2025 haben wir bereits darüber berichtet, nun ist es eingetroffen: Die Ganzkörper-Muttermalkontrolle in Wien ist keine Kassenleistung mehr der ÖGK. Die meisten Menschen müssen die Vorsorge-Untersuchung nun selbst bezahlen.

Die Ganzkörper-Muttermalkontrolle ist nicht günstig. Sie kostet in Wien häufig zwischen 100 und 230 Euro. Bislang wurde eine solche Hautkrebsvorsorge hier von der Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) als Kassenleistung bezahlt. Mit November 2026 ist das vorbei, zeigen mehrere Erfahrungsberichte und Informationen von Hautärzt:innen.

Die Kosten werden nur noch übernommen bei Menschen

  • denen bereits schwarzer oder weißer Hautkrebs entfernt wurde. 
  • die unter Immunsuppression leiden nach Organtransplantationen. 
  • bei denen Ärzt:innen einen wegen einer Hautveränderung einen konkreten Krankheitsverdacht festgestellt haben.

MOMENT.at hat bereits 2025 berichtet

Bereits im Februar 2025 gab es Hinweise, dass die Hautkrebsvorsorge bald keine ÖGK-Kassenleistung mehr sein sollte. Hautärzt:innen hatten Patient:innen bereits damals über bevorstehende Änderungen informiert, die hatten sich an MOMENT.at gewandt. Auf unsere Nachfrage sagte die ÖGK damals aber, dass keine Änderungen geplant seien. Von der Ärztekammer Wien konnten solche Pläne zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls “nicht bestätigt werden”. 

In Niederösterreich galt die Änderung tatsächlich ab April 2025. Eine kostenfreie Kassenleistung ist nur mehr der Hautcheck im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung bei Allgemein- oder Familienmediziner:innen sowie Innere Medizin mit einem Vorsorge-Untersuchungsvertrag der ÖGK.

Die Änderung in Wien dauerte etwas länger. Die folgte jetzt mit November 2026.

ÖGK empfiehlt, Muttermale kontrollieren zu lassen

Auf ihrer Website empfahl die ÖGK 2025 neben einer regelmäßigen Selbstkontrolle noch “eine hautärztliche Vorsorgeuntersuchung pro Jahr”. Nun steht dort: “Grundsätzlich sollte jeder Mensch seine Muttermale laufend beobachten und kontrollieren lassen.”

Und: Stärkeres Bewusstsein über Schutz vor UV-Strahlung habe laut ÖGK dazu geführt, dass Hautkrebs von der zweiten Stelle der tödlichsten Krebsarten auf die mittlerweile neunte Stelle gerückt sei. Welche Rolle die Vorsorgeuntersuchungen mit den Muttermalkontrollen dabei gespielt haben, wird nicht erläutert. 

Expert:innen wünschen sich mehr Vorsorge, nicht weniger

Angesichts kontinuierlich steigender Fallzahlen wünschte sich der Dermatologe und Hautkrebs-Spezialist von der Uni Wien Christoph Höller gegenüber MOMENT.at bereits 2025 eher einen Ausbau der Vorsorge. Stattdessen wurde sie nun gekürzt. Die österreichische Krebshilfe empfiehlt sogar zwei Kontrollen jährlich - vor und nach dem Sommer - und bezeichnet das als "die wichtigste Säule der Hautkrebs-Früherkennung.

Die Vorsorgeuntersuchung ist in mehreren Bundesländern schon länger selbst zu bezahlen. Wien orientiert sich mit der neuen Regelung an jener in Niederösterreich. Auch in Tirol, Vorarlberg und der Steiermark werden jährliche Ganzkörper-Muttermalchecks nicht von den Kassen bezahlt. In Salzburg wird die Hautkrebsvorsorge alle fünf Jahre bezahlt. Eine Anfrage an die ÖGK zu den restlichen Bundesländern blieb bislang unbeantwortet.*

Wie du dich schützt

Wer sich die Untersuchung nicht leisten kann, muss künftig auch in Wien selbst bestmöglich auf seine Muttermale achten. Das ist vor allem für Menschen mit erhöhtem Hautkrebs-Risiko wichtig, informiert die österreichische Krebshilfe. Das sind einerseits Menschen mit heller Haut, heller Augenfarbe, rotblondem Haar und die leicht einen Sonnenbrand kriegen. Andererseits sind es Personen, die häufiger und intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, besonders Kinder. Personen mit sehr vielen (und ungewöhnlichen Muttermalen) sowie Personen mit Hautkrebserkrankungen in der Familie. 

Die ÖGK verweist dafür auf das “ABC der Melanom-Früherkennung”, das jede:r selbst durchführen kann und soll: 

  • Asymmetrie:
    Gutartige Muttermale sind rund und symmetrisch. Melanome wachsen ungleichmäßig, meist stärker in eine Richtung.
  • Begrenzung:
    Muttermale sind scharf zur normalen Haut hin abgegrenzt. Melanome haben eine zackige, unregelmäßige Begrenzung.
  • Colorit (Farbe):
    Muttermale sind einheitlich hell- bis dunkelbraun. Melanome weisen unterschiedliche Braun-, Schwarz-, Rot-, Grau- oder Weißtöne auf.
  • Durchmesser:
    Muttermale bleiben über lange Zeit gleich groß. Melanome hingegen nehmen an Größe, Dicke und Umfang zu.

Die österreichische Krebshilfe nennt außerdem Muttermale, die eine raue oder schuppige Oberfläche haben, aussehen wie eine Wunde, aber nicht heilen sowie bluten oder nässen als bedenklich. Verdächtige Muttermale sollten Ärzt:innen gezeigt werden. Dafür übernimmt die Krankenkasse in der Regel nach wie vor die Kosten. 

* Anmerkung der Redaktion: Die Informationen werden schnellstmöglich ergänzt.

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